Eberle Roland · Ständerat · 2012-03-14
Eberle Roland · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-03-14
Wortprotokoll
Ivo Bischofberger hat darauf hingewiesen, und ich sehe es gleich, dass man jetzt nicht in eine materielle Debatte einsteigen sollte. Ich lege es offen: Ich bin aus dem Thurgau, und ich war in meiner zwölfjährigen Regierungstätigkeit in regelmässigen Abständen mit der Thematik der Delfinhaltung im Freizeitpark in Lipperswil befasst. Diese Auseinandersetzungen kennen keine Grenzen; Boykotte, Kampagnen, Vergiftungen, Besetzungen des Geländes usw. waren fast regelmässig an der Tagesordnung. Es ist ein hochemotionales Thema, ob Delfine als Freizeitparkattraktion gehalten werden sollen oder nicht. Ich verzichte jetzt auf eine materielle Stellungnahme meinerseits.
Ich finde es einfach höchst problematisch, wenn man eine solche Thematik im Rahmen eines Differenzbereinigungsverfahrens einbringen und durch die Hintertür so auf die Schnelle behandeln will. Ich denke, das ist nicht die Art und Weise, wie wir in diesem Land legiferieren sollten. Wenn dieses Thema entsprechend aufgenommen werden soll, dann haben wir andere Instrumente, die dafür vorgesehen sind, solche doch fundamentalen Gesetzesänderungen vorzunehmen. Das Ganze auf Delfine zu beschränken finde ich ein bisschen heuchlerisch, ehrlich gesagt. Es gäbe sehr viele kritische Voten zur Haltung von Wildtieren in zivilisierten Umgebungen. Das extremste Beispiel vielleicht auf der feinen Seite wäre die Hundehaltung: Den Hund als Rudeltier einzeln zu halten ist an sich auch nicht tiergerecht. Darüber könnte man jetzt argumentieren; das will ich aber nicht tun.
Ich bitte Sie deshalb, dem Ansinnen, eine so wichtige Frage im Schnellverfahren in der Differenzbereinigung zu erledigen, Einhalt zu gebieten, und ich bitte Sie, der Minderheit zu folgen.