Aeschi Thomas · Nationalrat · 2012-11-29
Aeschi Thomas · Nationalrat · Zug · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2012-11-29
Wortprotokoll
Die Minderheit Feller fordert, dass die Mittel für Schweiz Tourismus um 12 Millionen aufgestockt werden. Eine Mehrheit der SVP-Fraktion vertritt die Meinung, dass die Unterstützung des alpinen und ländlichen Tourismus bereits mit den durch den Bundesrat budgetierten Mitteln von 56 Millionen Franken - was nicht wenig ist - möglich ist. Aus diesem Grund ist es nicht notwendig, die Mittel für Schweiz Tourismus weiter aufzustocken.
Schweiz Tourismus argumentiert in seiner Stellungnahme, welche an alle Parlamentarier verschickt wurde, dass folgende drei Massnahmen mit diesem zusätzlichen Geld finanziert werden sollten:
1. Schweiz Tourismus will ein stärkeres Marketing in China, Indien, im Mittleren Osten, in Brasilien, Russland, Südostasien, Korea und Australien machen. Wenn man diese Gebiete auf einer Weltkarte farbig markieren würde, wäre, ausgenommen von Europa und Afrika, praktisch die ganze Weltkarte farbig. Dies nenne ich keine fokussierte Strategie. Auch Olivier Feller konnte uns nicht erklären, wie diese 12 Millionen Franken nun genau investiert werden sollten. Vor allem ist offensichtlich, dass es Schweiz Tourismus an einer klaren Strategie mangelt. Gleichzeitig in so viele Regionen investieren zu wollen ist alles andere als strategisch gedacht. Stattdessen muss befürchtet werden, dass überall etwas Geld ausgegeben wird, der Effekt aber wirkungslos verpufft.
2. Schweiz Tourismus will die Erschliessung neuer Entwicklungsmärkte: Hier setzt Schweiz Tourismus anscheinend auf eine sehr fokussierte Strategie; die Türkei und Indonesien sollen erschlossen werden. Aber muss jetzt die Türkei wirklich erschlossen werden? In meiner Wohngemeinde Baar sind die Türken, in Prozent gemessen, die grösste ausländische Gruppe, welche Sozialhilfe bezieht. Auch hier hinterfrage ich die Strategie von Schweiz Tourismus.
3. Schweiz Tourismus will in der Schweiz neue Attraktionen vermehrt vermarkten: Hier schweigt sich Schweiz Tourismus - nicht überraschend - darüber aus, welche Gebiete denn das genau betrifft. Auch hier ist zu befürchten, dass das Geld ein weiteres Mal wirkungslos verpufft.
Ich bitte Sie, die Erhöhung des Budgets für Schweiz Tourismus bei Position 704.A2310.0355 um mehr als 20 Prozent abzulehnen. Eine solche Erhöhung ist nie und nimmer gerechtfertigt. Vor allem wird das Geld nicht bei uns in der Schweiz und nicht in den Berggebieten ausgegeben, sondern im Ausland für Werbeagenturen und Promotionsfirmen. Wenn Schweiz Tourismus wirklich vermehrt Marketing in Asien betreiben möchte, könnte es dies bereits mit dem gegenwärtigen Budget von 56 Millionen Franken tun.
Entsprechend bitte ich Sie, den Minderheitsantrag Feller abzulehnen.