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Imoberdorf René · Ständerat · 2013-09-25

Imoberdorf René · Ständerat · Wallis · Fraktion CVP-EVP · 2013-09-25

Wortprotokoll

Auf der Lötschberg-Simplon-Achse besteht heute ein durchgehender 4-Meter-Korridor, das stimmt. Aber das ist im Prinzip nur die halbe Wahrheit. Zwischen Thun und Brig gibt es grosse Kapazitäten. Dort haben wir genügend Kapazitäten, weil dort die Basis- und die Scheitelstrecke für den Güterverkehr genutzt werden können und auch auf das 4-Meter-Profil ausgebaut sind. Auf der anderen Seite des Simplons gibt es, wie gesagt wurde, verschiedene Engpässe, sodass nicht der ganze 4-Meter-Korridor der Lötschberg-Simplon-Achse optimal für den Güterverkehr genutzt werden kann.

Wir haben hier also Milliarden investiert, genau gleich wie beim Gotthard. Wir haben Milliarden in einen Basistunnel investiert und können ihn nachher nicht optimal nutzen. Es besteht also ein durchgehender 4-Meter-Korridor, das stimmt, aber nur mit geringer Kapazität und mit massiven betrieblichen Erschwernissen: Weite Teile sind nur eingleisig, es gibt langsame Weichenfahrten, reduzierte Zuglängen - da wird teilweise mit zehn Stundenkilometern gefahren. Das kann es doch nun wirklich nicht sein.

Mit gezielten Massnahmen könnte die Kapazität stark erhöht werden. Darum ist es wichtig und dringlich, dass der Geltungsbereich der Vorlage auf die Lötschberg-Achse ausgedehnt wird, wie es die Mehrheit der Kommission vorschlägt. Für die Ausdehnung der Vorlage auf beide Neat-Achsen sprechen unter anderem folgende Argumente: Der Gütertransport wird in den nächsten Jahren gemäss verschiedenen Prognosen - die Frau Bundesrätin hat das auch gesagt - weiter massiv zunehmen. Dadurch verlangt der Markt nach grösseren Kapazitäten. Mit einer Kapazitätssteigerung auf der Lötschberg-Simplon-Achse kann das Verlagerungsziel besser erreicht werden, und schliesslich kann beim Ausfall einer Achse, wie das in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen ist, ein grosser Teil der Transporte auf der anderen Achse aufgefangen werden. Allein 2012 gab es während 38 Tagen - während 38 Tagen! - auf der Gotthardachse Streckenunterbrüche wegen Naturereignissen. Das muss man sich vor Augen führen.

Ich möchte Sie bitten, der Mehrheit zu folgen, weil dank verschiedener infrastruktureller Massnahmen die Kapazität der Lötschberg-Simplon-Achse mit vernünftigem Kosten-Nutzen-Verhältnis erheblich gesteigert werden kann. Es geht hier lediglich um 50 Millionen Franken, bezogen auf einen Gesamtkredit von fast 1 Milliarde Franken.