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Hassler Hansjörg · Nationalrat · 2011-05-31

Hassler Hansjörg · Nationalrat · Graubünden · Fraktion BD · 2011-05-31

Wortprotokoll

Ich möchte zuerst gerade auf das Votum meines Vorredners zu sprechen kommen. Er hat unter anderem gesagt, dass der Tourismus noch zu wenig gut mit anderen Sektoren zusammenarbeite, z. B. mit der Landwirtschaft. Da ich aus der Landwirtschaft komme, ist es mir wichtig, Folgendes anzubringen: Von der Landwirtschaft, auch vom Schweizerischen Bauernverband, von den kantonalen Bauernverbänden her gesehen arbeiten wir sehr gut mit den touristischen Organisationen zusammen. Natürlich gibt es noch Verbesserungspotenzial aufseiten der Landwirtschaft, aufseiten des Tourismus. Aber speziell mit Schweiz Tourismus stehen wir in engem Kontakt. Wir haben immer wieder Gedanken über die Weiterentwicklung von Tourismus und Landwirtschaft ausgetauscht. Typisch hierbei ist z. B. der Agrotourismus, den wir jetzt fördern möchten. Hier bestehen schon die Kontakte, die wollen wir selbstverständlich ausbauen.

Herr Fehr hat gesagt, dass bei den touristischen Anbietern die Strukturen nicht stimmen würden, dass wir bei den Destinationen auch noch Mängel hätten. Das ist alles richtig, das trifft zu. Wir haben noch nicht optimale Strukturen für die Vermarktung unseres Tourismus. Daran [PAGE 818] arbeiten wir, daran müssen alle arbeiten. Das ist eine Aufgabe der Branche. Aber das ist kein Grund, Schweiz Tourismus nicht mit den erforderlichen Mitteln auszustatten. Schweiz Tourismus muss die Arbeit machen können. Die Herausforderungen, die jetzt auf Schweiz Tourismus zukommen, müssen bewältigt werden, unabhängig von unseren Strukturen. Wir wollen an beiden Fronten kämpfen und uns für die bestmöglichen Voraussetzungen einsetzen. Daher unterstützt die BDP-Fraktion die Minderheit Darbellay. Der Tourismus ist für die Schweiz ein ausserordentlich wichtiger Wirtschaftszweig. In einzelnen Gebirgskantonen - natürlich auch im Kanton Graubünden - ist er sogar der absolut wichtigste Wirtschaftssektor. Es gilt daher, zum Tourismus grösste Sorge zu tragen.

Die Tourismusbranche steht aber gegenwärtig vor grossen Herausforderungen. Es wurde auch bereits gesagt: Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat in der Branche deutliche Spuren hinterlassen. Der anhaltend starke Franken macht die Situation doppelt schwierig. Wir haben mit der nationalen Logiernächtestatistik eine Grundlage, die aufzeigt, welche Leistungsfähigkeit die Tourismusbranche hat. Sie zeigt seit zwei Jahren einen Minustrend. Die traditionell wichtigsten europäischen Märkte sind eingebrochen. Allein der Rückgang bei den deutschen Gästen betrug in den letzten Jahren eine halbe Million Logiernächte.

Zum Glück gibt es auch gute und starke Gegentrends. Die stabile einheimische Nachfrage zum Beispiel bleibt auf hohem Niveau, und die Zunahme der Gäste aus den Fernmärkten ist ebenfalls sehr positiv. China, Indien, die Golfstaaten und auch Brasilien sind Märkte mit einem grossen Potenzial, ganz besonders in diesen Fernmärkten müssen wir stärker präsent sein. Das ist klar die Aufgabe von Schweiz Tourismus. Erst durch Schweiz Tourismus ist ein geschlossener und überzeugender Marktauftritt gesichert. Dazu braucht diese Organisation aber auch die erforderlichen finanziellen Mittel.

Mit der zunehmend internationalen Ausgestaltung des Tourismus steigt auch die Bedeutung eines umfassenden internationalen Landesmarketings. Es ist deshalb richtig, dass der Bund einen wesentlichen Teil dieser Landeswerbung übernimmt und mitfinanziert.

Das Marketing von Schweiz Tourismus ist unserer Meinung nach gut, und wir zweifeln nicht daran, dass es auch wirksam ist. Daher ist die BDP-Fraktion für eine leichte Aufstockung der Mittel für die nächsten vier Jahre, wie es die Minderheit Darbellay vorschlägt. Wir sind überzeugt, dass diese Mittel sehr gut investiert sind.

Ich bitte Sie, mit der BDP-Fraktion zusammen den Antrag der Minderheit zu unterstützen.