AB 155121
Egerszegi-Obrist Christine · Nationalrat · Aargau · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2006-12-20
Wortprotokoll
Wir werden heute von zwei langjährigen Nationalräten Abschied nehmen. Es sind dies Duri Bezzola und Erwin Jutzet.
Unser Kollege Duri Bezzola wirkt seit 1991, also seit fünfzehn Jahren, für die Freisinnigen des Kantons Graubünden in unserem Rat. Vor seinem Eintritt war er von 1983 bis 1990 Mitglied der Exekutive von Scuol. Als Vertreter Graubündens und des Unterengadins wird es ihn besonders gefreut haben, dass anlässlich der Session in Flims auch eine interessante Exkursion nach Schuls hat stattfinden können. [PAGE 2049]
Als Bauunternehmer in einer Randregion liegt ihm vor allem die Regionalpolitik am Herzen. Entscheidend sind für ihn der Erhalt der Grundversorgung, eine gute Erschliessung, sichere Verkehrswege, die Tourismusförderung und innovative Projekte, die neue Arbeitsplätze schaffen. Als Bauunternehmer setzte er sich hier im Rat für die Anliegen des Gewerbes und der KMU ein. Er blieb dabei stets einer liberalen Gesamtschau verpflichtet. Für ihn waren auch der Umwelt- und der Naturschutz, die Bildungspolitik und die Förderung des Rätoromanischen wichtig.
Duri Bezzola war zunächst Mitglied in verschiedenen Spezialkommissionen, dann Mitglied der APK und der WBK und von 1997 bis heute Mitglied und auch Präsident der KVF. Wir alle schätzen seine freundliche und umgängliche Art und sein differenziertes Argumentieren, die Mitglieder der KVF seine Bereitschaft, als Kommissionspräsident alle Anliegen unabhängig von ihrer politischen Herkunft gleich ernst zu nehmen.
Sein ganz besonderes Engagement gilt dem Sport. Duri Bezzola machte nicht nur im Parlament, sondern auch auf den Skipisten eine gute Figur. An den traditionellen Parlamentarierskirennen klassierte er sich regelmässig in den vordersten Rängen und war damit mitverantwortlich für die stets hervorragenden Resultate des schweizerischen Teams. Als Präsident des nationalen Skiverbandes Swiss Ski trägt Duri Bezzola auch die grosse und nicht immer leichte Verantwortung für die Skination Schweiz.
Duri Bezzola, wir danken Dir für Dein grosses und leidenschaftliches Engagement für die Politik und den Sport und wünschen Dir für die Zukunft viel Erfolg und alles Gute. Grazia fitg! (Grosser Beifall)
Unser Kollege Erwin Jutzet wird morgen als Freiburger Staatsrat vereidigt werden. Nach der Freiburger Kantonsverfassung kann dieses Mandat nicht mit demjenigen eines Bundesparlamentariers kumuliert werden.
Erwin Jutzet sass von 1981 bis 1994 im Freiburger Grossen Rat, wo er vorerst der sozialdemokratischen Fraktion vorstand und danach das Amt des Ratspräsidenten innehatte. Seit 1995 ist er Mitglied des Nationalrates. Er studierte die Rechte an der Universität Freiburg, war Bundesgerichtsschreiber und danach Ersatzrichter am Bundesgericht. Als Vizepräsident und dann als Präsident unserer Gerichtskommission wirkte er am Aufbau der neuen Bundesgerichte mit, was alles andere als eine leichte Aufgabe war. Unter seiner Mitwirkung sind der Bundesversammlung über hundert Richterinnen und Richter zur Wahl vorgeschlagen worden.
Erwin Jutzet machte sich vor allem einen Namen als Aussenpolitiker. Er war Präsident der Delegation, die für die Beziehungen zur Efta und zum Europäischen Parlament zuständig ist. In den ersten beiden Jahren dieser Legislatur amtierte er als Präsident der Aussenpolitischen Kommission und trug als solcher dazu bei, den Weg zu den Bilateralen II zu ebnen. In dieser Zeit traf er sich mit so interessanten Persönlichkeiten wie Kofi Annan oder Javier Solana, dem hohen Vertreter für die gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union.
Seinem Interesse an Afrika - Erwin Jutzet hat als Anwalt zahlreiche Afrikaner vertreten - ist es zuzuschreiben, dass er eine Delegation angeführt hat, welche Mosambik besucht hat, wo die Schweiz in der Entwicklungszusammenarbeit tätig ist. Er hat sich zudem in die krisengeschüttelte Region der Grossen Seen begeben. Ein Besuch der Weltausstellung in Aichi in Japan und seine denkwürdige Reise in die Volksrepublik China, die in einer Fernsehreportage verewigt wurde, haben seine internationalen Kontakte vervollständigt.
Wir danken Erwin Jutzet für seine bereichernde Arbeit in unserem Parlament und wünschen ihm eine erfolgreiche Tätigkeit in der Freiburger Regierung als Leiter der Sicherheits- und Justizdirektion. (Grosser Beifall)
Jetzt habe ich noch einige Verabschiedungen aus den Parlamentsdiensten vorzunehmen.
Zuerst verabschiede ich Herrn Michel Chassot. Am Ende der 38. Legislatur, im Herbst 1970, ist Michel Chassot in die Parlamentsdienste eingetreten. Er gehörte nicht zu den Mitarbeitern, die oft vor den Kulissen zu sehen waren. Auf die Ergebnisse seiner Arbeit waren wir aber bei jeder unserer Sitzungen angewiesen, war er doch als eigentlicher "Fahnenfachmann" zuständig für die Herstellung der für uns so wichtigen synoptischen Tabellen, unserer "dépliants". Seinem geschärften Blick und seiner Aufmerksamkeit entging kaum eine Ungereimtheit. Vor 36 Jahren waren die Parlamentsdienste noch eher mit einer Grossfamilie vergleichbar, was keine Spezialisierung der Mitarbeitenden auf nur eine Aufgabe zuliess. So amtete Herr Chassot ab und zu als stellvertretender Sekretär in der Militärkommission. Er begleitete die Kommission für öffentliche Bauten bei ihrem allerersten von fast unzähligen Besuchen im Schloss Prangins - der heutigen Filiale des Landesmuseums -, wirkte in verschiedenen Kommissionen als Protokollführer, übersetzte Medienmitteilungen und verlieh der Korrespondenz seiner deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen den nötigen eleganten französischen Schliff. Bei Bundesratswahlen nahm er zudem mit viel politischem Gespür die Platzreservationen auf den Tribünen vor.
Herr Chassot geht nach 36 Dienstjahren in den Parlamentsdiensten in Pension. Wir danken ihm herzlich für seinen langjährigen und kompetenten Arbeitseinsatz. Wir hoffen, dass er seine Freizeit vermehrt mit seinen Enkelkindern, mit Joggen und mit Zugfahren verbringen und seine bemerkenswerten geografischen Kenntnisse erweitern kann. Für die Zukunft wünschen wir ihm von Herzen alles Gute, viel Glück und ganz viel Gesundheit! (Beifall)
Ein weiterer Mitarbeiter der Parlamentsdienste wird uns im Februar 2007 verlassen, um in den Ruhestand zu treten: Herr Pierre Jeanneret, Sekretär der Kommissionen für Umwelt, Raumplanung und Energie. Im Jahr 1978 ist Herr Jeanneret als wissenschaftlicher Mitarbeiter in den damaligen Dokumentationsdienst eingetreten. Nach der Reorganisation der Parlamentsdienste im Jahr 1989 wurde er Sekretär der Kommissionen für Wirtschaft und Abgaben. 1998 hat er seine heutige Funktion übernommen. Herr Jeanneret hat seine Tätigkeit für die Parlamentsdienste begonnen, als die Unterlagen im Parlamentsgebäude noch mit mechanischen Hermes-Schreibmaschinen geschrieben wurden. Er hat sich stets dafür eingesetzt, den technologischen Fortschritt auch für die Kommissionen des Parlamentes nutzbar zu machen. Auch seine Sprachgewandtheit wird uns in bester Erinnerung bleiben.
Herr Jeanneret, wir danken Ihnen für Ihren langjährigen Einsatz für das Parlament. Wir kennen Ihre Liebe zu den Bergen und wünschen Ihnen, dass Sie vom nächsten März an noch häufiger als Tourenleiter des Schweizerischen Alpenclubs und als Privatmann an schönen Exkursionen teilnehmen können. Alles Gute! (Beifall)
Jetzt kommen wir zur Verabschiedung von vier Dolmetscherinnen, die uns altershalber auf Ende dieser Session verlassen. Es handelt sich einmal um Frau Viviane Vaucher, welche seit 22 Jahren Voten ins Französische übersetzt, und um Frau Marianne Felder, welche seit 18 Jahren Voten ins Deutsche übersetzt. Seit der Einführung der italienischen Simultanübersetzung im Nationalrat vor drei Jahren arbeiteten zudem auch die beiden Damen Maria Angelica Fivaz und Beatrice Pedotti als Dolmetscherinnen mit. Diese Damen konnten hier im Rat spannende Debatten erleben und haben das Gehörte stets mit Sachkompetenz simultan übersetzt. Dabei war ihnen die Arbeit nicht nur Pflicht, sondern hat ihnen offensichtlich auch Freude und Befriedigung gebracht. Wir werden sie vermissen. Für die Zukunft wünschen wir ihnen von Herzen alles Gute, viel Glück und viel, viel Gesundheit. (Beifall)
Auf Ende dieser Session wird Paul Saner aus Altersgründen aus dem Bundessicherheitsdienst austreten. Seit 1999 hat er an über vierzig Sessionen, inklusive Sondersessionen, mitgewirkt. In diesen acht Jahren leitete er die Gruppe Session und leistete seinen Dienst jeweils zur vollsten Zufriedenheit aller. Auf den gleichen Zeitpunkt hin werden vier weitere Mitarbeiter aus dem Bundessicherheitsdienst austreten. Es sind dies Josef Kilchör, beim Bundessicherheitsdienst seit der Frühjahrssession 1999; Karl von Gunten, ebenfalls [PAGE 2050] seit dem Frühjahr 1999 dabei; Hansueli Bigler, seit der Sommersession 2000 dabei, und Ernst Gilgen, seit der Wintersession 2001 dabei.
Auch Ihnen allen danken wir für die geleistete Arbeit und wünschen Ihnen von Herzen alles Gute und ebenfalls ganz viel Gesundheit. (Beifall)
Seit fünfzehn Jahren ist das Team der Firma Audio-Videoservice Brantschen zuständig für die Beschallung. Im Nationalratssaal waren dies namentlich die Herren Hans Bovet, Hans Heinzen, Hans Hegnauer und Georges Brantschen. Die pensionierten Ingenieure und Techniker haben ihre schwierige Aufgabe stets mit grosser Konzentration und dem nötigen Enthusiasmus erledigt. Mit dem altersbedingten Rückzug von Herrn Brantschen und seinen Mitarbeitern geht somit eine kleine Ära zu Ende. Im Namen des Nationalrates und der Parlamentsdienste möchte ich mich für das Engagement der vier Herren ganz herzlich bedanken. Für die Zukunft wünschen wir allen viel Glück und gute Gesundheit. (Beifall)
Auf dem Bildschirm der Abstimmungsanlage wird nun ein kleiner Film über die "Züglete" ins Parlamentsgebäude gezeigt, der fünf Minuten dauert. Ich möchte Ihnen diesen Film nicht vorenthalten. Anschliessend schliesse ich die Sitzung. - Offenbar fehlt der Ton. Die Männer der Beschallung wurden zu früh verabschiedet. (Heiterkeit) Sie werden den Film ein andermal sehen können.
Damit sind wir am Schluss der Session angelangt. Ich habe Sie heute Morgen auf nicht ganz sanfte Art zur Ordnung gerufen. Ich hoffe, Sie nehmen mir das nicht übel; ich bin Ihnen sehr dankbar, dass wir die beiden recht grossen Brocken, das Patentgesetz und das Betäubungsmittelgesetz, in der zur Verfügung stehenden Zeit abschliessen konnten. Ich danke Ihnen für das speditive Mitmachen.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien von Herzen alles Gute. Wir sehen uns nächstes Jahr wieder. Alles Gute! (Beifall)
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Schluss der Sitzung und der Session um 14.10 Uhr
Fin de la séance et de la session à 14 h 10