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Zanetti Roberto · Ständerat · 2013-03-20

Zanetti Roberto · Ständerat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2013-03-20

Wortprotokoll

Was ich jetzt sage, gilt sowohl für Absatz 1 als auch für Absatz 2 Litera a: Hier heisst es "die Gewährung von Zugaben und anderen Vergünstigungen". Das tönt ziemlich technisch. Der Kommissionssprecher hat von Happy Hours gesprochen, das tönt irgendwie so beschwingt, romantisch. Wer ist gegen Happy Hours? Ich trinke zwei Bier und bezahle bloss eines, das finde ich, ehrlich gesagt, eigentlich auch nicht alarmierend, aber in der Gassensprache nennt man diesen Sachverhalt "Flatrate-Saufen", und zwar wirklich Saufen, Sie entschuldigen den etwas groben Ausdruck. Das ist wie die Tageskarte am Skilift: Sie bezahlen 20 Franken Eintritt, dann können Sie trinken, bis Sie umfallen oder eben ins Spital eingeliefert werden. Solche Veranstaltungen finden zuhauf statt, und das kann nicht toleriert werden.

Es geht mir nicht um die Happy Hour, wo man eine Stange quasi nachgeliefert bekommt, wenn man die erste bezahlt hat, sondern es geht um dieses Flatrate-Saufen, das wirklich beängstigende Ausmasse angenommen hat. Wenn man Bilder sieht, wie es in gewissen Partytempeln zu- und hergeht, muss man einfach sagen, dass man zu diesen Exzessen nicht schweigen kann. Deshalb bitte ich Sie, sowohl bei Absatz 1 - bei Spirituosen ist es erst recht nicht nötig, dass quasi mit Mengenrabatt "vorgeglüht" werden kann - als auch bei Absatz 2 Litera a der Minderheit zuzustimmen. Es kann ja wohl nicht sein, dass zuerst mit Spirituosen zuhause "vorgeglüht" wird - das ist ein Fachbegriff, den ich von Kollegin Keller-Sutter gelernt habe. Da wird mit zu Dumpingpreisen eingekauftem Billigstfusel "vorgeglüht", man säuft sich in Stimmung, dann geht man in einen Partytempel und löscht den ersten Brand mit Billigbier. Das kann es einfach nicht sein.

Deshalb bitte ich Sie, beiden Minderheitsanträgen, der Minderheit Recordon und der Minderheit Zanetti, zuzustimmen.