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von Siebenthal Erich · Nationalrat · 2015-03-04

von Siebenthal Erich · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2015-03-04

Wortprotokoll

Die Initiative "Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule" verdient unsere Unterstützung. Die sexuelle Aufklärung und Erziehung unserer Kinder ist ein sehr sensibles Thema. Wir alle hier im Saal wollen für unsere Kinder das Beste, davon bin ich überzeugt. Aber auch alle, die Eltern sind, wissen, dass dieses Thema mit besonderer Sorgfalt angegangen werden muss.

Das Kernstück der Initiative ist die Bestimmung, dass die Eltern bis zum zwölften Lebensjahr ihres Kindes selber über dessen Teilnahme am Sexualunterricht bestimmen können. Eltern zu sein heisst, auch in diesem Bereich Verantwortung zu tragen. Eltern müssen sich damit auseinandersetzen, wer bei ihrem Kind die Verantwortung für den Sexualunterricht übernehmen soll, Eltern oder Schule. Es scheint mir wichtig, dass die Eltern in die Pflicht genommen werden. Da, wo diese Aufklärung nicht von den Eltern gewährleistet werden kann, haben sie die Möglichkeit, diese Aufgabe ab dem neunten Lebensjahr der Kinder an den Staat abzugeben. Es kann aber nicht sein, dass der Staat auch in diesem Bereich alles bestimmt.

Sexualunterricht durch die Eltern stärkt die Beziehung und dadurch auch die Familie. Es gibt mehr als genug Negativeinflüsse auf die Familie, die es zunehmend schwierig machen, Familie zu sein. Daher müssen wir die Elemente, die die Familie stärken, bei ihr belassen. Ich weiss, die Argumentation geht dahin, dass es leider Eltern gibt, die diese Aufgabe nicht erfüllen können. Somit müsse für alle die gleiche Regelung gelten. Da muss ich Ihnen sagen: Es kann nicht sein, dass wir mit der Idee, Probleme zu lösen, alles vereinheitlichen. Das wird neue Probleme schaffen. Das Ziel muss sein, die Familie zu stärken, damit sie auch diese wichtige Aufgabe erfüllen kann.

Die Initiative stärkt die Familie. Sie gibt in Fällen, in denen die Eltern diese wichtige Aufgabe nicht wahrnehmen können, aber auch die Möglichkeit, sie ab dem neunten Lebensjahr der Kinder an den Staat zu delegieren.

Daher ist ein Ja zur Initiative auch ein Ja zur Familie.