Gysi Barbara · Nationalrat · 2015-06-11
Gysi Barbara · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion · 2015-06-11
Wortprotokoll
Ich spreche namens der SP-Fraktion zu zwei Positionen; zur dritten spricht dann mein Kollege Wermuth.
"Jugend und Sport"-Beiträge, das ist ein wichtiges Thema. Der Ständerat hat ja bei dieser Position 504.A6210.0124 bereits beschlossen, einen höheren Nachtragskredit zu sprechen, damit die Kursbeiträge nicht ab Sommer 2015 um 25 Prozent gekürzt werden müssen. Darum geht es. Bewegungsmuster werden in Kinder- und Jugendjahren gesetzt. Wer sich als Kind und Jugendlicher oft bewegt, wird das auch im Erwachsenenalter tun. Die Wirkung dieser Beiträge ist darum gross. Tendenziell bewegen sich Jugendliche aber wenig, zu wenig, wie auch die Studie "Sport Schweiz 2014", die das Baspo am 11. Mai dieses Jahres veröffentlicht hat, erkennt und feststellt.
Jugendliche treiben heute weniger Sport. Darum ist es umso wichtiger, ihre Aktivitäten zu fördern. Die Aktivitäten gehen vor allem bei den ungebundenen Sportaktivitäten zurück; der Vereinssport und der Schulsport sind aber nicht zurückgegangen. Darum sollten wir eben auch über die "Jugend und Sport"-Beiträge genau diese Sportaktivitäten fördern und sie nicht torpedieren. Sie sind ein grosser Erfolg, wir haben schon einiges gehört. Mit dem neuen Finanzierungskonzept des Sportförderungsgesetzes sind die Teilnehmerzahlen auch angestiegen. Letztes Jahr haben 6700 Lager mit 230 000 Teilnahmen stattgefunden. Es fanden auch 57 000 Wochenkurse mit 620 000 Teilnahmen statt. Eine riesige Zahl von Kindern und Jugendlichen treibt dank dieser Beiträge Sport.
Wenn wir jetzt die Beiträge um 25 Prozent kürzen, dann wird diese Arbeit torpediert. Dann wird auch die Arbeit derjenigen torpediert, die diese Aktivitäten in Form von Freiwilligenarbeit unterstützen und diese Kurse und Lager leiten. Es ist ein ganz wichtiger Bereich, der da torpediert wird. Der Nachtragskredit ist nötig und die Erhöhung des Nachtragskredites eben auch, damit nicht ab Sommer die tieferen Beiträge gesprochen werden. Es ist eine Kürzung, da kann Kollege Siegenthaler behaupten, was er will. Sie trifft, wie gesagt, die Falschen und ist kontraproduktiv.
Ich möchte Sie darum bitten, da dem Ständerat zu folgen und dem Antrag der Minderheit Kiener Nellen zuzustimmen.
Noch zwei Worte zu Position 620.A4100.0118 und zum Antrag der Minderheit Schibli, die beim BBL die 19 Millionen Franken für die Asylbauten kürzen will: Es kann nicht sein, dass hier der parlamentarische Auftrag torpediert wird. Bundeszentren sollen geschaffen werden, die Abläufe somit auch beschleunigt und effizienter gestaltet werden können. Dieser Antrag der SVP ist einfach ein Ausdruck dessen, dass sie lieber das Problem bewirtschaftet, als Lösungen zu suchen und an den Lösungen zu arbeiten.
Ich bitte Sie dringend, diesen Antrag der Minderheit Schibli abzulehnen.