AB 17222
Fetz Anita · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2001-12-06
Wortprotokoll
Ich kann Ihnen namens der SP-Fraktion mitteilen, dass wir diesen Streichungsantrag natürlich nicht akzeptieren.
[PAGE 1747] Die Debatte in der Kommission war eigentlich ganz klar: Es geht nicht darum, die Berufsberatung jetzt sozusagen zurückzubuchstabieren und in x regionale Teile aufzugliedern, sondern das beizubehalten, was bis jetzt der Fall ist, und die Qualität auszudehnen. Selbstverständlich will die EDK hier mitmachen, weil es keinen Sinn macht, dass man jedes Einzelne, jeden einzelnen neuen Beruf in jeder einzelnen Region neu ausgestaltet.
Abgesehen davon geht es heute in der Berufsberatung immer mehr darum, auch Erwachsene zu beraten, die ihren Beruf wechseln müssen, weil ihr einmal erlernter veraltet ist.
Sie können den Arbeitsmarkt nicht nur auf ganz regionaler Ebene betrachten, sondern müssen dies eben auch branchenmässig und in Bezug auf die Veränderungen in der Arbeitswelt tun. Dazu müssen Sie Know-how haben, das weit über die Kapazitäten einer einzelnen Berufsberatungsstelle hinausgeht. Deshalb ist es absolut sinnvoll, diesen Antrag abzulehnen.
Das bedingt allerdings mehr Mittel für die Kantone - das hat die EDK sehr wohl gemerkt; sie will auch mehr Mittel haben -, nicht zuletzt auch für solche Aufgaben. Deshalb wird sie sich auf keinen Fall für die Streichung einsetzen. Sie wird natürlich - da kommen wir dann bei Artikel 60 des Berufsbildungsgesetzes darauf - bzw. dort werden die Kantone natürlich eine wesentlich höhere Beteiligung des Bundes an den Finanzen erwarten. Wir haben hier auch moderatere Vorstellungen, aber in diesem Bereich gibt es keinen Grund, sozusagen in ein föderalistisches System zurückzugehen, das keinen Sinn macht.