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Riklin Kathy · Nationalrat · 2015-03-09

Riklin Kathy · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP-EVP · 2015-03-09

Wortprotokoll

Wie kann wissenschaftlicher Nachwuchs in der Schweiz gefördert werden? Dieses Thema hat die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates beraten und dabei einen Bericht des Bundesrates zur Kenntnis genommen. Der Bericht wurde in Erfüllung eines Postulates der WBK-SR (12.3343) erstellt; die Schwesterkommission hatte eine Bilanz zur Effizienz und Effektivität der bisher ergriffenen Massnahmen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verlangt.

Am 15. Januar 2015 hat die WBK-NR, nach einer vertiefenden Debatte zum Thema, eine Kommissionsmotion eingereicht, die den Bundesrat beauftragt, eine Kommission für den langfristigen, strukturellen Umbau der wissenschaftlichen Karrierestrukturen an Schweizer Hochschulen einzusetzen. Die wissenschaftlichen Karrierestrukturen in der Schweiz sind nicht attraktiv genug, um junge Forschende mit Schweizer Bildungshintergrund und mit Familie an den Hochschulen zu halten. Nach der Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative und der konsequenten Kürzung der Drittstaatenkontingente für hochqualifizierte Arbeitskräfte ist es noch wichtiger, in der Schweiz Akademiker auszubilden. Das inländische Potenzial soll nicht nur besser genützt werden, sondern die Forschenden sollen auch entsprechend ausgebildet sein. Für promovierte Wissenschafter gibt es viele befristete Postdoc-Stellen, aber wenig Beschäftigungsmöglichkeiten mit einer längerfristigen Karriereperspektive. Wie der Bericht des Bundesrates feststellt, hat die Anzahl Postdocs in den letzten Jahrzehnten überproportional zugenommen, wodurch die Chancen auf eine erfolgreiche Karriere noch einmal gesunken sind. Die Hierarchien an Schweizer Hochschulen haben den volkswirtschaftlichen Nachteil, dass viele Forschende in einem Alter aus der universitären Forschung ausscheiden, in dem sie ihre Ausbildung nicht mehr für eine zweite Karriere nutzen können.

Ihre WBK verlangt daher, dass eine Kommission gebildet wird, die aus Expertinnen und Experten für Tenure-Track-Assistenzprofessuren sowie aus Vertretern von Universitäten, Hochschulen, dem Schweizerischen Nationalfonds und dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation bestehen und ein Anreizprogramm ausarbeiten soll, das die Umstellung auf ein mehrstufiges Karrieremodell mit den Stellenkategorien Postdoc, Assistenzprofessur, assoziierte Professur und ordentliche Professur ermöglicht. Dabei soll die Autonomie der Hochschulen respektiert werden, indem sie nicht zur Teilnahme verpflichtet sind. Diese Aufgabe ist wichtig für unseren wissenschaftlichen Nachwuchs. Wir wollen eigene junge Leute fördern. Das hilft auch der Abstützung der Universitäten in der Gesellschaft. [PAGE 208]

Die WBK-NR hat die Motion mit 13 zu 6 Stimmen angenommen. Wir bitten Sie, diese Motion ebenfalls anzunehmen.