Hösli Werner · Ständerat · 2014-12-08
Hösli Werner · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2014-12-08
Wortprotokoll
Ich möchte jetzt, aufgrund des Votums von Kollegin Fetz, doch noch etwas entgegnen. Ich bin Bergbauernsohn und kenne die Berglandwirtschaft seit fünfzig Jahren relativ gut, möchte ich sagen. Wenn Sie, Frau Fetz, jetzt von der jährlichen Reduktion von 2,4 Prozent der Betriebe sprechen, muss ich Ihnen sagen: Wer unterhält diese Liegenschaften und bearbeitet diese Landschaften denn in Zukunft? Es sind eben diejenigen Bauern, die immer noch aktiv sind. Sie müssen diese Aufgabe genau gleich machen. [PAGE 1200] Es sind halt einfach ein paar weniger Bauern, aber sie müssen dafür halt noch mehr tun, noch mehr arbeiten.
Ich muss Ihnen ehrlich sagen, dass es völlig daneben ist, wenn Sie sich jetzt über diese Einkommen auslassen. Sie müssen den Landwirten doch nicht noch irgendwie vorhalten, sie würden zu viel verdienen, sie hätten Grosseinkommen! So etwas ist ja völlig absurd. Bauern und ihre Familienmitglieder, und zwar jedes einzelne Mitglied, arbeiten zwischen 2500 und 3000 Stunden im Jahr - mindestens. Und wenn wir von Einkommen pro Familienmitglied sprechen, dann sprechen wir immer von jenem der Frau und von jenem des Mannes. Ich kann Ihnen sagen, in einem Bergbauernbetrieb arbeiten alle mit, sogar noch die Verwandtschaft, und zwar nicht für 440 Franken Taggeld - nein, gratis und franko! Man wird nicht Millionär dabei! Ich kann Ihr Votum wirklich überhaupt nicht verstehen und muss Ihnen sagen: Sie haben von Berglandwirtschaft keine Ahnung.
Ich komme jetzt darauf zurück, dass wir hier von einer Erhöhung der Direktzahlungen sprechen - diese ist ja auch einkommenswirksam. Wir beschliessen viele Ausgaben, die irgendwo versickern. Hier kommen sie mindestens noch in der Steuererklärung zum Vorschein, und der Staat schöpft davon wieder etwas ab. Ich glaube also, man tut da jetzt wirklich nichts Unerhörtes, wenn man diese Budgetposition gemäss dem Nationalrat erhöht.
Und, liebe Frau Fetz, wenn Sie einmal Interesse haben, einen Arbeitsalltag in einem Bergbetrieb mitzuerleben, lade ich Sie gerne ein.