Lexipedia

Wandfluh Hansruedi · Nationalrat · 2010-09-22

Wandfluh Hansruedi · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2010-09-22

Wortprotokoll

Ich verlange mit meiner Motion, dass unnötige Gestaltungsvorschriften beim Umbau ausserhalb der Bauzone abgebaut werden. Das soll mit einer Änderung des Raumplanungsgesetzes in den Artikeln 24c und 24d erreicht werden. Ich erwarte, dass auch die Raumplanungsverordnung in Artikel 39 entsprechend angepasst wird.

Konkret geht es mir darum, dass Gimwände bei Bauernhäusern durch normale Fleckenwände und durch Fenster ersetzt werden können. Anders gesagt geht es mir darum, dass es möglich wird, nicht mehr landwirtschaftlich genutzte Bauernhäuser, typische Frutigtalerhäuser, zu noch schöneren Simmentalerhäusern umzubauen.

Das Frutigtalerhaus zeichnet sich dadurch aus, dass es in der Mitte, beim First, getrennt ist; auf der einen Seite ist der Wohnteil, auf der anderen Seite der Ökonomieteil. Die Simmentalerhäuser haben an der Front auf beiden Seiten den Wohnteil; der Ökonomieteil ist hinten. Wird der Ökonomieteil nun bei einem Frutigtalerhaus umgebaut, umgenutzt, kann das im Rahmen der normalen Vorschriften getan werden, hingegen dürfen die Gimwände nicht verändert werden.

Für alle, die nicht vom Fach sind: Gimwände sind Aussenwände im Bereich des Ökonomieteils, dort, wo der Heustock ist. Sie dienen der Belüftung des Heustocks, sie sind mit horizontalen Brettern mit Zwischenräumen von 5 bis 10 Zentimetern ausgestaltet. In der Praxis werden heute hinter diesen Gimwänden Fenster eingerichtet; Fenster im Schlafzimmer, die aber nicht nach aussen geöffnet werden können. Am Morgen, wenn das Bett ausgelüftet werden sollte, muss die Bettdecke zwischen den Zwischenräumen der Gimwand hindurchgestossen werden. Es ist unschwer festzustellen, dass sich die Zimmer, die sich hinter solchen Wänden befinden, nicht durch Helligkeit hervortun. Tiere dürften vermutlich in vielen dieser Räume nicht gehalten werden, weil weniger als 15 Lux Licht vorhanden sind.

Der Bundesrat empfahl die Ablehnung meiner Motion. Er sieht zwar Handlungsbedarf, wollte aber die Auswertung der Vernehmlassungsergebnisse der umfassenden Revision des Raumplanungsgesetzes abwarten. Diese Auswertung liegt längst vor, hingegen wurde die umfassende Revision des Gesetzes hinausgeschoben oder beerdigt. Es ist deshalb dringend nötig, dass hier jetzt im einzelnen Fall eingegriffen und eine Korrektur veranlasst wird.

Ich bitte Sie, werte Kolleginnen und Kollegen aus dem bürgerlichen Lager, aber auch Sie aus dem linken Lager, dafür zu sorgen, dass die Menschen bezüglich des in umgebauten Bauernhäusern zur Verfügung gestellten Lichtes wenigstens den Eseln gleichgestellt werden.

Ich danke Ihnen für die Unterstützung meiner Motion.