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Bertschy Kathrin · Nationalrat · 2015-12-01

Bertschy Kathrin · Nationalrat · Bern · Grünliberale Fraktion · 2015-12-01

Wortprotokoll

Wir verbrauchen in unserem Land derart viel Ressourcen und Energie, dass wir eigentlich 2,8 Welten zur Verfügung haben müssten, um diesen Konsum als nachhaltig bezeichnen zu können. Die Initiative "Grüne Wirtschaft" verlangt eigentlich nur das, was jeder vernünftig denkende Mensch auf die Länge für diesen Planeten fordern muss. Die Initiative verlangt, dass Bund, [PAGE 1951] Kantone und Gemeinden eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft anstreben. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Die heutige Wirtschaftsweise ist weder nachhaltig, noch ist sie gerecht und solidarisch mit den nächsten Generationen. Es kann nicht so weitergehen, dass wir viel mehr Ressourcen für uns und unser Land beanspruchen, als auf die gesamte Menschheit hochgerechnet eigentlich zur Verfügung stehen. Es ist mir auch klar, dass wir nicht in kürzester Zeit zur geforderten Nachhaltigkeit, zu einem Planeten für alle, kommen können. Wir sind aber gefordert, diesen Pfad viel klarer und rascher zu beschreiten und uns auf den Weg dahin zu machen.

Der Status quo bedeutet, eine Wirtschaftsweise zu befürworten, die die natürlichen Ressourcen weiterhin stark übernutzt und den Druck auf die natürlichen Ressourcen erhöht - in Zukunft wegen des Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums noch stärker. Es ist eine Wirtschaftsweise, die aus Klimawandel, Überfischung und Abholzung Profit schlägt und letztendlich ihre eigene Wirtschaftsgrundlage zerstört.

Die Bevölkerung hat die Wahl zwischen dem Status quo und der Initiative, die einen Weg vorschlägt, den wir - das müssen wir sagen, wenn wir ehrlich sind - sowieso werden beschreiten müssen. Es stellt sich einzig die Frage, wie lange wir diesen Anpassungsprozess noch aufschieben, wie lange wir noch auf Kosten anderer und auf Kosten der nächsten Generationen leben.

Es ist ein Weg, der Ressourcen schonen will, der Ressourcen effizienter nutzen will und der sich mit internationalen Zielen deckt. Es ist ein Weg, der Probleme, die schlicht nicht gelöst sind, angeht, indem wir Plastik oder Phosphor besser recyclen oder indem wir für ökologisch sensible Rohstoffe wie Palmöl, Fisch, Soja, Torf verstärkt international zusammenspannen und internationale Standards einhalten. Das ist nicht nur ökologisch selbstverständlich, es ist genauso ökonomisch selbstverständlich und notwendig, weil die Kosten des Zuschauens laufend anfallen, diese aber nicht von den Verursachenden getragen werden, sondern auf die öffentliche Hand, die Steuerzahlenden der nächsten Generation, überwälzt werden. Diese Schulden können und dürfen wir uns nicht leisten und auch nicht den nächsten Generationen überlassen.

Ich bitte Sie darum, die Initiative zu unterstützen.

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