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Bangerter Käthi · Nationalrat · 2002-03-06

Bangerter Käthi · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2002-03-06

Wortprotokoll

Bildung, Ausbildung sind nicht nur ein wirtschaftliches, sie sind auch ein gesellschaftliches Anliegen. Deshalb sind wir alle gefordert, die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen. Aus diesem Grund ist es zwingend, dass sich die Wirtschaft weiterhin an der Ausbildung beteiligt; sie ist ja auch Teil unserer Gesellschaft.

Nun besteht unsere Wirtschaft zu über 98 Prozent aus KMU. Die grosse Mehrheit von diesen beschäftigen weniger als zehn Mitarbeitende. Die KMU, die etwa drei Viertel der Lehrlinge ausbilden, erfüllen somit auch einen gesellschaftlichen Auftrag.

Nun ist das wirtschaftliche Umfeld durch die beschleunigte technische Entwicklung und die Globalisierung sehr viel rauer geworden. Die Anforderungen an die Unternehmensführungen sind gestiegen, nicht nur in Bezug auf berufliches Fachwissen, sondern auch in Bezug auf Sozialkompetenzen. Ich hörte oft Aussagen von KMU-Vertreterinnen und -Vertretern, man müsse sich bei der Ausbildung der Jugendlichen immer mehr noch mit Erziehungsarbeit befassen. Oder die Eltern kümmerten sich zu wenig um die Lehrverhältnisse ihrer Söhne und Töchter. Oder auch die Schulbildung sei zu wenig auf die berufliche Ausbildung ausgerichtet. Diese sei ungenügend. Solche negativen Stimmungsbilder von Lehrmeistern und -meisterinnen und ein akuter Stellenmangel prägten die Situation vor zwei Jahren. Diese Situation bewog mich, diese Motion einzureichen. Ich wollte mit diesem Vorstoss die Attraktivität der Lehrlingsausbildung erhöhen und Anreize durch Steuerentlastungen schaffen.

Seit der Einreichung der Motion ist einiges in Bewegung gekommen. Wir haben im Dezember einem Berufsbildungsgesetz zugestimmt, das die Berufsbildung zukunftsgerichtet neu regelt, die duale Berufsbildung stärkt und neue Berufsbilder zulässt, sodass das Interesse der Jugendlichen und der Eltern an der dualen Berufsausbildung steigen wird. Zudem ist das Angebot an Lehrstellen auch wieder angestiegen. Meinem Anliegen, die Berufsbildung zu attraktivieren, ist nun in einer anderen Form Rechnung getragen worden. Es geht mir nicht um die Subventionierung von KMU, wie mir unterschoben wurde, sondern tatsächlich um die Attraktivierung der dualen Ausbildung. Ich bin nun davon überzeugt, dass mit dem neuen Berufsbildungsgesetz das Ziel der Attraktivierung der dualen Ausbildung für Lehrmeister und Lehrmeisterinnen wie für die Lehrlinge erreicht wird.

Deshalb ziehe ich meine Motion zurück.