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Dettling Marcel · Nationalrat · 2016-03-09

Dettling Marcel · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-03-09

Wortprotokoll

Ernährung ist neben gesundem Trinkwasser wohl die wichtigste Grundlage für jedes Lebewesen. Aber in der heutigen Zeit geht dieses Grundgesetz oft vergessen. Essen ist immer genügend vorhanden. Die Regale in den Supermärkten sind prallvoll, und alles ist zu jeder Zeit, rund um die Uhr, verfügbar. Wir leben in einer globalisierten Welt, aber die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und die Sicherheit dürfen für einen Staat nicht verhandelbar sein. Mit jedem Kilogramm, das wir importieren, werden wir abhängiger von anderen. Als eigenständiger, neutraler Staat dürfen wir dies nie ausser Acht lassen. Wir müssen auch bei Krisen imstande sein, unsere Bevölkerung möglichst weitgehend mit eigenen Lebensmitteln zu versorgen.

Einige von Ihnen denken nun, ich lebe noch in der Steinzeit, und dies sei alles Schnee von gestern. Ich frage Sie: Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass wir heute in Europa in einer solchen Krise stecken? Viele dachten, die Welt sei ein riesengrosser Spielplatz und alle seien Freunde. Die Realität sieht anders aus. Die Bedrohung lauert überall. Genau vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, auch bei der Ernährung genauer hinzusehen.

Wir haben heute einen Selbstversorgungsgrad von gut 50 Prozent. Nun, was heisst das? Wenn morgen der Import zusammenfällt, hat längerfristig nur noch jeder Zweite von Ihnen genug zu essen. Vor diesem Hintergrund fällt es mir schwer zu verstehen, wie man sich dieser Tatsache verschliessen kann und dies nicht verbessern will. Genau hier setzt die Initiative an. Ich bin mir voll bewusst, dass wir in der Schweiz nie 100 Prozent Selbstversorgung erreichen können. Aber es muss doch darauf hingewiesen werden, was es bedeutet, wenn wir in der Schweiz z. B. jährlich mehr als 1000 Hektaren - bestes Kulturland, wohlverstanden - alleine an den Wald oder 20 000 Hektaren an Gewässerräume verlieren. Das ist wahnsinnig! Bei gleichzeitig wachsender Bevölkerung geht da die Schere immer weiter auseinander.

Auf der einen Seite haben wir weniger Kulturland zum Produzieren, und auf der anderen Seite haben wir die Bevölkerung, die immer mehr Essen braucht. Langfristig geht das nicht mehr auf. Der Boden in der Schweiz wird immer knapper. Dies muss uns bewusst werden.

Mit der Annahme dieser Initiative stärken wir die Unabhängigkeit unseres Landes. Sagen auch Sie Ja zu einer unabhängigen, neutralen Schweiz. Empfehlen Sie die Initiative zur Annahme.