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Meyer Mattea · Nationalrat · 2016-03-15

Meyer Mattea · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2016-03-15

Wortprotokoll

Nach wie vor haben Kinder mit unzureichenden Schulsprachkenntnissen geringere Chancen als solche, die bereits in den ersten Jahren gute Sprachkenntnisse erworben haben. Es ist allgemein bekannt, dass sich zu Beginn der Schulzeit die Schere zwischen den Schülerinnen und Schülern öffnet. Gravierende Entwicklungsunterschiede erst in der Schulzeit oder gar danach auszugleichen ist zu spät. Kinder, die mit schlechteren Chancen starten, haben eine grössere Wahrscheinlichkeit, am Ende der Schulzeit ohne Anschlusslösung dazustehen. Ein Teil dieser meist kostspieligen Brückenangebote könnte vermieden werden, wenn öffentliche Gelder sehr viel früher und damit viel effizienter und zielführender in den vorschulischen Erwerb der künftigen Schulsprache eingesetzt würden. Je früher die Kinder in ihrer Wissensneugierde bestärkt und in ihren sprachlichen Fähigkeiten gefördert werden, desto mehr wird ihnen ein guter Start ins Leben und in ihre Schulzeit ermöglicht. Das ist im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interesse von uns allen.

Das Postulat verlangt vom Bundesrat einen Bericht, in dem aufgezeigt wird, was bereits heute für den vorschulischen Schulspracherwerb in Kinderbetreuungsinstitutionen geleistet wird, welche Wirkungen damit erzielt werden und inwiefern im Rahmen der vom Bund mitfinanzierten vorschulischen Kinderbetreuung Anreize geschaffen werden können für den Erwerb der künftigen Schulsprache. Es soll aufgezeigt werden, wie entsprechende erfolgreiche Ansätze, die bereits bestehen, verbreitet werden können; das alles mit dem Ziel, mehr Kinder, die einen Schulspracherwerb nötig haben, in den vorschulischen Betreuungsbereich zu bringen [PAGE 377] und ihnen dort die notwendigen Schulsprachkompetenzen bereits mitzugeben. Klar ist dabei, dass die Kompetenzen zur Förderung und zur Frühförderung auf kantonaler Ebene bleiben sollen.

Längerfristiges Denken macht in vielen, wenn nicht gar in allen Fällen mehr Sinn als kurzfristiges. Denn in der Bildung von heute steckt die Zukunft.

Gemeinsam mit dem Bundesrat bitte ich Sie, das Postulat anzunehmen.