Schwander Pirmin · Nationalrat · 2016-04-26
Schwander Pirmin · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-04-26
Wortprotokoll
Ich muss eine Vorbemerkung machen: Heute wird eben alles gemeldet. Wenn ein Kind mit schmutzigen Kleidern herumläuft, wenn ein Kind von der Turnstunde her "en blaue Mose" hat, dann wird das von den Behörden sofort untersucht, ohne die Eltern zu informieren. Sie müssen gut zuhören, ich kann Ihnen Dutzende von Fällen nennen: Ohne dass man die Eltern informiert, werden Abklärungen getroffen, wenn die Schule solche Meldungen macht.
Ich habe genau auf diesen Punkt hingewiesen: Wo ist die Messlatte für die Gefährdung des Kindeswohls? Ich gehe nicht davon aus, dass Sie der Meinung sind, die Behörden und Fachpersonen könnten das besser beurteilen als andere Personen. Ich stelle einfach fest, meine liebe Kollegin, dass heute Meldungen um der Meldung willen gemacht werden. Damit man nicht in Verdacht kommt, mitschuldig zu sein, erstattet man Meldungen, ohne Verantwortung für den Schutz der Kinder zu übernehmen. Wenn ich als Bezugsperson sehe, dass etwas nicht gut läuft, dann habe ich heute die Möglichkeit, mich einzuschalten, ohne ein Gesetz zu verletzen. Aber es braucht Zivilcourage, um mit dem Finger auf etwas zu zeigen.
Wer von Ihnen schaut bei dem Knaben am oberen Zürichsee hin, der durch die Behörde seit zwei Jahren von seiner Mutter ferngehalten wird? Wer schaut da hin? Ich habe bis jetzt noch niemanden gesehen, der hinschaut, ausser eine Zeitung vom oberen Zürichsee.