Leuthard Doris · Bundesrat · 2016-05-31
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2016-05-31
Wortprotokoll
Des einen Freud, des anderen Leid, Frau Ständerätin: Während sich die Zusteigenden in St. Gallen über die spürbar beschleunigten Züge nach Zürich und Bern freuen, haben die Zusteigenden im Umkreise Ihres Wohnortes, in Wil und Gossau das Gefühl, sie seien benachteiligt; das verstehe ich.
Wir können aber nicht alle gleichzeitig mit verbesserten Linien bedienen. Diese spürbare Beschleunigung ab St. Gallen zu erreichen war effektiv ein langjähriger Wunsch des Kantons St. Gallen und macht natürlich auch Sinn.
Wie Sie gesehen haben, gibt es im Fall von Wil und Gossau keinen Leistungsabbau. Es gibt weiterhin halbstündliche Schnellzüge nach Zürich. Und ab Zürich gibt es in alle Fahrtrichtungen optimale Anschlüsse. Es ist nur ein einziger Entlastungszug pro Tag weggefallen, was eigentlich eine gute Leistung ist, und auch hier hat man sich dafür mit den Regelzügen abgestimmt.
Wir respektive die SBB sind bemüht, auch beim Rollmaterialbestand die Übergangsphase zu bewältigen. Was Sie erwähnt haben, war also nicht ein Zufall, sondern es war auch mit dem vorhandenen Rollmaterial bewusst geplant. Ab Dezember 2015, das werden Sie auch gemerkt haben, war mit dem ICN, dem EC und den Doppelstockzügen eigentlich das richtige Rollmaterial im Einsatz.
Der Hinweis auf das Raumkonzept ist nicht zufällig. Es ist richtig, dass es kein behördenverbindliches Instrument ist. Es zeigt aber, wie sich die Bevölkerung entwickeln wird. Wir sind im Moment mit den Kantonen und den SBB daran, zu schauen, wo die künftigen Fernverkehrshalte sind. Gemäss dem heutigen Stand ist z. B. Sisikon im Kanton Uri ein Fernverkehrshalt; das war vor zwanzig Jahren richtig, heute stimmt das nicht mehr. Insofern müssen sich natürlich auch die Fernverkehrskonzessionen an die Entwicklung gemäss Raumkonzept, das dann mit den Kantonen abgesprochen wird, anlehnen. Hier werden sich Veränderungen ergeben, weil neue Agglomerationen, neue Zentren entstanden sind. Das war eigentlich die Meinung dieses von Ihnen aus der Stellungnahme des Bundesrates zitierten Satzes.
Es wird schwierig sein, das auf den Fahrplanwechsel 2018 zu erreichen. Wir sind aber daran, die Gestaltung so zu machen, dass dort, wo neu viele Menschen leben, dann auch diese Fernverkehrshalte in die Konzession einfliessen. Das ist meines Erachtens durchaus im Sinne der Kantone und wird auch befürwortet. Derjenige, der einen Fernverkehrshalt verliert, wird allerdings nie zufrieden sein. Es ist aber leider so, dass heute andere Gemeinden als ländlich und städtisch gelten, als das vor zwanzig Jahren der Fall war. Wir bemühen uns weiterhin auch hier, die Ostschweiz, die ja in den letzten Jahren mit Fabi nicht zu kurz gekommen ist, noch besser zu bedienen.