Sommaruga Simonetta · Bundesrat · 2016-06-06
Sommaruga Simonetta · Bundesrat · Bern · 2016-06-06
Wortprotokoll
Das Staatssekretariat für Migration steht für einen fairen und respektvollen Umgang mit den Asylsuchenden unter seiner Obhut ein und ist den im "Tages-Anzeiger" erhobenen Vorwürfen umgehend nachgegangen. Die internen Abklärungen in den Empfangs- und Verfahrenszentren (EVZ) haben ergeben, dass in den vergangenen zwölf Monaten rund 31 000 sogenannte Befragungen zur Person durchgeführt wurden. Im gleichen Zeitraum sind in Bezug auf sieben solche Befragungen Klagen eingegangen. Die Beanstandungen betrafen zwei von 93 Mitarbeitenden. Im einen Fall wurde das Arbeitsverhältnis aufgelöst. Im anderen Fall verbesserte sich das Verhalten des betreffenden Mitarbeitenden nach einem Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten, und seither gab es keine Beanstandungen mehr.
Daneben wurde in einem EVZ von zwei Dolmetschern vorgebracht, dass in der grossen Belastungsphase des vergangenen Herbsts ein bis zwei Befrager nicht immer ein korrektes Befragungsklima geschaffen hätten. Da die Dolmetscher nicht bereit waren, konkrete Einzelfälle und Namen zu nennen, konnte diesen Vorwürfen bisher nicht weiter nachgegangen werden. Im Übrigen haben die Asylsuchenden im Rahmen der Sprechstunde mit der EVZ-Leitung und die Mitarbeitenden via ihre direkten Vorgesetzten jederzeit die Möglichkeit, allfällige Probleme anzusprechen. Solche Meldungen werden konsequent abgeklärt, und es werden bei Bedarf die nötigen Massnahmen ergriffen.