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Eberle Roland · Ständerat · 2016-06-15

Eberle Roland · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-06-15

Wortprotokoll

Ich gehe mit meinem Vorredner, Robert Cramer, weitestgehend einig. Nur bei einem Punkt juckt es mich, noch etwas zu sagen, nämlich bei der Aussage, dass die Grossverteiler nur einen sehr kleinen Anteil an den Food Waste beitragen würden. Das stimmt, wenn man am Ende der Kette schaut; es stimmt aber nicht, wenn man alle Normen berücksichtigt, welche dazu führen, dass sehr viele Produkte ausgeschieden werden müssen, bevor sie überhaupt in einem Laden verkauft werden können. Denken Sie an alle Aspekte der europäischen Normierungen: an die Krümmung der Bananen als lustiges Beispiel, an die Kalibrierung von Äpfeln und Früchten aller Art, an Fleckenbildungen, an Färbungen. All diese Normen, die wir uns als offene und moderne Gesellschaft geben zu müssen meinen, führen dazu, dass solche von den Bauern im Schweisse ihres Angesichts produzierten Lebensmittel überhaupt nicht in die Lebensmittelkette kommen. Das ist auch eine Realität. Ich wollte einfach die Gelegenheit benutzen, das zu unterstreichen.

Ich selber werde diese Motion annehmen, im Wissen darum, dass der Bund hier in seinen Möglichkeiten stark eingeschränkt ist. Aber ich denke, es ist ein Zeichen nach aussen, insbesondere auch an die Konsumentenschaft, sich wieder einmal genau zu überlegen, was es heisst, in unserem Land Nahrungsmittel zu produzieren, was eine sichere Nahrungsmittelversorgung bedeutet und welche Verantwortung wir hier gegenüber den Produzentinnen und Produzenten haben, insbesondere aber auch mit Blick auf die Gesamtökobilanz in unserem Land und auf dieser Welt. Ich persönlich bin überzeugt, dass es nur funktioniert, wenn es gelingt, dass die Konsumentenschaft - damit sind alle gemeint, auch die hier im Saal Anwesenden - der Nahrungsmittelkette und der Nahrungsmittelproduktion einen grösseren Respekt entgegenbringt.

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