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von Siebenthal Erich · Nationalrat · 2016-06-15

von Siebenthal Erich · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-06-15

Wortprotokoll

In der Praxis wurde wiederholt belegt, dass Lamas im Herdenschutz insbesondere gegen Luchse gute Wirkung erzielen. Die Auswertung von Wegen von Luchsen hat klar aufgezeigt, dass jene Herden, welche mit Lamas geschützt werden, von Luchsen gemieden werden. Es handelt sich also um eine nachweislich funktionierende Massnahme, auch wenn die Theorie dies nicht so sieht. Einmal mehr wird hier ein gutes und etabliertes System durch technokratische Vorgehensweisen verunmöglicht.

Die vom Bundesrat und vom Parlament erwünschte Koexistenz von Nutztieren und Raubtieren kann nur funktionieren, wenn taugliche Schutzvorkehrungen möglich sind. Es ist daher nicht nachzuvollziehen, warum hier ein taugliches System aufgrund einer Regelung, die in einem anderen Kontext erlassen wurde, verunmöglicht wird. Es geht nicht um eine generelle Aufhebung des Verbots der Einzeltierhaltung, welches auch gar nicht bestritten wird, sondern lediglich darum, in begründeten Ausnahmefällen von der Regel abzuweichen. Die mit dem Vollzug bedachten Stellen in den Kantonen sind in der Lage, die Situation korrekt einzuschätzen, und sollten auch die entsprechenden Möglichkeiten erhalten.

Wie der Bundesrat richtig festgestellt hat, ist die Schutzfunktion nur gegeben, wenn Lamas einzeln in der Herde gehalten werden. Auch hier zeigt die Praxis Folgendes: Schafe und Lamas gehen sehr enge Bindungen ein, und somit kann der Umstand, dass die Lamas alleine sind, zumindest hinterfragt werden. Ob diese beiden Tierarten nicht dieselbe Sprache sprechen, ist zu beweisen. Der Schutzinstinkt belegt zumindest eine bestehende Bindung zwischen diesen Tieren.

Ich bitte Sie daher, meiner Motion zuzustimmen und Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Vollzugsbehörden den notwendigen Spielraum zu geben und ein in der Praxis erprobtes System im Ausnahmefall zu ermöglichen.