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Minder Thomas · Ständerat · 2016-12-13

Minder Thomas · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2016-12-13

Wortprotokoll

Diese Motion ist im Nationalrat, wir haben es gehört, klar durchgekommen. Ich wünsche mir im Ständerat ein gleiches Resultat. Der illegale Handel mit bedrohten und geschützten Tierarten ist aufs Schärfste zu verurteilen und muss endlich weltweit gestoppt werden. Nur wenn der Handel unterbrochen wird, damit man dieses Zeug gar nicht mehr kaufen kann, bestraft man die wichtigsten Personen überhaupt in diesem Geschäft, die Händler, welche den Kommerz überhaupt erst ermöglichen. Den Handel zu unterbinden, zu verbieten ist hundertmal wirksamer, als Jahr für Jahr einzelne Massnahmen zu ergreifen, vielleicht sogar medienwirksamer als z. B. die Verbrennung von Elfenbein.

Das vorliegende Thema beschäftigte unseren Rat in den letzten Jahren des Öfteren: Einmal waren es die Reptilienhäute von gefährdeten Arten aus Indonesien - Sie mögen sich erinnern -, ein andermal der Walfang, dann das Fell der Robbenbabys, die Königswolle der Tibetantilope und später die Haifischflossen. Gerade in diesen Tagen konnten wir wiederum lesen, dass der Pelzhandel im Vormarsch sei: 440 Tonnen Pelz würden in die Schweiz importiert, so viel wie seit 1992 nicht mehr. Gerade die reiche Schweiz muss hier mit gutem Beispiel vorangehen und sollte sich für dieses Handelsverbot auch international einsetzen.

Oftmals sind diese tierischen Rohstoffe nur von sehr vermögenden Personen bezahlbar und überhaupt gefragt. Leider sitzen diese auch in der Schweiz, oder sie versuchen, solche Produkte als Touristen in unserem Land zu kaufen. Für die einen hat eine komplette Pelzjacke nichts mit Tierquälerei zu tun, für andere ist bereits ein pelziger Mantelkragen ein Produkt von Tierquälerei. Unsere Uhrenbranche ist nicht auf exotische und illegal erwirtschaftete Utensilien wie Armbänder von bedrohten Reptilienarten angewiesen. Es braucht heute keine seltenen Reptilien, um eine schöne Uhr zu fabrizieren. Gerade in diesem Bereich müssen die Schweiz und die Uhrenbranche eine Vorreiterrolle einnehmen. Mit solchem Zeug profiliert man sich heute nicht mehr. Nachhaltigkeit ist das Schlagwort zu diesem Thema.

Weil eben mittlerweile alles, was kreucht und fleucht, zu Umsatz gemacht wird, muss mit Importverboten und, wie es die Motion verlangt, mit verschärften strafrechtlichen Sanktionen operiert werden.

Die Schweizer Bevölkerung und die Mehrheit der Konsumenten verurteilen die Jagd auf die gefährdeten Tierarten und den Handel mit deren Produkten. Doch leider genügt das nicht. Eine Wirtschaft und ein Handel, welche auf nichtnachhaltiger Bewirtschaftung basieren, sind zu verurteilen und sind selbst auch nicht nachhaltig. Auch wenn die Jagd und der Handel in gewissen Ländern erlaubt sind, so müssen eben der Importeur oder die endverarbeitende Industrie hier einen Gegenpol bilden. Die effektivste Unterbindung ist noch immer, das Produkt gar nicht erst zum Verkauf zuzulassen, also den Import zu verbieten, und dies mit hohen Strafen abzusichern. [GZ]

Ich bitte Sie, diese Motion anzunehmen.