Leuthard Doris · Bundesrat · 2017-03-14
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2017-03-14
Wortprotokoll
Die Elektrosensibilität, der Elektrosmog, ist ja ein Thema, das mindestens schon zwanzig Jahre die Politikerinnen und Politiker umtreibt. Es gibt weltweit unzählige Berichte dazu. Nach wie vor ist es bis heute in all diesen jahrelangen Studien, Berichten, Forschungsprojekten so, dass für Elektrosensibilität keine anerkannte medizinische Diagnose vorliegt - bis heute nicht. Die WHO arbeitet derzeit an einer neuen Studie. Sie soll im nächsten Jahr herauskommen, und dann werden wir alle weltweiten Erkenntnisse und Forschungsberichte dazu erneut anschauen können.
Ihr Anliegen sagt, dass wir eine elektrosmogfreie Gemeinde, Region bezeichnen müssen. Da müssten ja alle Einwohnerinnen und Einwohner zuerst einmal ihr Handy abgeben, wenn sie diese Zone betreten, und das Hochbreitband-Internet müssten wir auch abstellen. Aus meiner Sicht ist diese Übungsanlage schon ziemlich realitätsfremd. Wir wissen alle, der grösste Anteil von Strahlungen wird heute erzeugt, indem wir mit den Handys telefonieren. Insofern glaube ich nicht, dass Sie den Menschen das verbieten können. Präventiv muss man hier weiter schauen, dass wir auch für elektrosensible Menschen, die sich so einschätzen, Hilfestellungen geben können. Der Bund unterstützt deshalb auch die umweltmedizinische Beratungsstelle der Ärztinnen und Ärzte, damit die Menschen dort, falls sie sich so einschätzen, Hilfe bekommen.