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Graf Maya · Nationalrat · 2017-03-16

Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2017-03-16

Wortprotokoll

Mein Postulat "Schwieriger Milchmarkt. Jetzt nachhaltige Massnahmen einleiten" stammt aus dem Jahre 2015. Leider müssen wir heute feststellen, dass sich die Situation auf dem Schweizer Milchmarkt auch zwei Jahre später nicht beruhigt hat. Es wird zwar immer intensivere Milchproduktion betrieben, aber die Bemühungen, insbesondere auch der Branchenorganisation BOM, die Milchmenge eigentlich zu begrenzen, den Markt zu stabilisieren und für gute Preise zu sorgen, können nicht durchgesetzt werden. Diese Intensivierungsspirale dreht sich und hat verheerende Auswirkungen auf die Produzentenpreise, die Produzentenfamilien, die rindergemässe Fütterung, die Tierzucht und das Tierwohl.

Mit dieser Ausgangslage beschäftigt sich mein Postulat. Dieses Postulat möchte, dass das, was wir auch mit der Agrarpolitik 2014-2017 eingeleitet haben, konsequenter gemacht und eben auch gemacht wird: weg von so viel Kraftfutter, hin zu viel Raufutter, das wir in der Schweiz haben. Die Schweiz ist ein Grasland. Die Schweiz hat noch eine bäuerlich ausgerichtete Tierhaltung, grosse Wiesen- und Weideflächen, die nicht ackerbaulich genutzt werden können. Sie hat eine eher hochstehende Viehzucht mit langer Tradition und hohen Qualitätsansprüchen an die Produkte, das Tierwohl und die Ökologie. Sie ist also prädestiniert für eine beispielhafte tierfreundliche Milcherzeugung, und dies sollten wir auch unbedingt angehen.

Ich schlage Massnahmen vor und bitte den Bundesrat, diese unbedingt zu prüfen und bei der nächsten Agrarpolitik 2022 plus dann auch einzuführen. Ich schlage vor, dass die Kriterien für eine graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion verschärft werden, damit Anreize geboten und auch die Beiträge entsprechend ausgerichtet werden. Die Chance wurde da leider noch nicht gepackt, obwohl IP Suisse, Bio Suisse und Mutterkuh Schweiz - diese drei zusammen - vor zwei Jahren dem Bundesamt für Landwirtschaft einen Vorschlag gemacht haben. Dieser Vorschlag wurde immer noch nicht umgesetzt. Ich bin dann auf Ihre Antwort gespannt, Herr Bundesrat, wenn hier von der Branche selber Vorschläge kommen, wie eben eine graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion vorangetrieben werden kann.

Dann ist es in Bezug auf Ziffer 2, wo ich eine stärkere Ausrichtung der Viehzucht auf Grundfutter, Lebensdauer und Gesundheit fordere, ganz wichtig, dass der Bund, der heute die Zuchtverbände mit jährlich 30 Millionen Franken unterstützt, in Zukunft mindestens die Hälfte davon für eine nachhaltige Viehzucht ausgibt. Schliesslich geht es um Investitionskredite für tiergerechte Stallsysteme; da sollen auch die Kantone einbezogen werden.

Ich möchte Sie unbedingt bitten, das Postulat mit diesen vier Massnahmen anzunehmen, damit der Bundesrat die Möglichkeit hat, die Vorschläge, die von der Branche selber kommen - ich habe Mutterkuh Schweiz, IP Suisse, Bio Suisse erwähnt -, umzusetzen. Wir sollten dies tun, denn es ist nicht im Interesse der Bauernfamilien, des Tierwohls und der Milchproduktion in der Schweiz, wenn sich diese Intensivierungsspirale weiterdreht und vor allem der Milchpreis unter Druck gerät.

Vielen Dank, wenn Sie das Postulat "Schwieriger Milchmarkt. Jetzt nachhaltige Massnahmen einleiten" unterstützen.