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Tuena Mauro · Nationalrat · 2017-09-18

Tuena Mauro · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2017-09-18

Wortprotokoll

Die Digitalisierung ist ja ein Steckenpferd von Kollege Derder. Wir wissen das aufgrund seiner Anträge in der WBK. Ich muss Ihnen sagen, die Digitalisierung in den Unternehmen findet statt, ohne dass Sie solche Anträge in diesem Parlament einreichen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es richtig ist, dass sich der Bund, Herr Bundesrat Schneider-Ammann, überall einmischen soll. Wir sind nicht dagegen, dass die Digitalisierung stattfindet, um Himmels willen! Es ist im Moment die Zeit der Digitalisierung, alle sprechen davon. Es ist ein regelrechter Digitalisierungshype. Aber wenn in einem Vorstoss steht, man solle die Digitalisierung seitens des Bundes fördern, dann wissen Sie genau, was das heisst. In dem Moment, wo der Bund etwas fördern soll, stehen Gelder dahinter, Bundesgelder. Da bin ich mir nicht ganz sicher, ob das wirklich nötig ist.

Wir müssen auch aufpassen. Wenn ich mich in der Bevölkerung umhöre, gerade bei der etwas älteren Generation und bei der Generation, die vielleicht nicht so eine hohe Schulbildung hat, dann stelle ich fest, dass in Bezug auf die Digitalisierung grosse Ängste vorhanden sind. Ich mache Ihnen ein kleines Beispiel: die Kassen in den Läden der Grossverteiler Migros oder Coop. Bis vor Kurzem hatte es hier eine Frau oder einen Mann, der einkassierte. Das war ein Job, den ein Mensch hatte, der vielleicht nicht so eine hohe Bildung hatte. Heute sind Scanner im Einsatz, und man kann die Lebensmittel selber scannen. Das mag ja schön und gut sein für die Grossverteiler, das mag vielleicht auch für die Leute schön und gut sein, indem sie es lässig finden, mit so einem Scanner einzukaufen. Aber ich muss Ihnen sagen: Genau solche Jobs, Herr Schneider-Ammann, fehlen jetzt. Genau gleich sieht es aus mit den Roboteranlagen in den grossen Lagerzentren. Wir müssen wahnsinnig aufpassen, dass wir durch die Digitalisierung die niederschwelligen Jobs nicht plötzlich eliminieren.

Ich möchte Sie bitten, diesen Vorstoss abzulehnen und der Wirtschaft einmal freie Hand zu geben und es ihr zu [PAGE 1431] überlassen, wie weit sie selber gehen will, ohne irgendwelche Nachhilfe des Bundes.

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