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Walter Hansjörg · Nationalrat · 2002-06-05

Walter Hansjörg · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2002-06-05

Wortprotokoll

In der Interpellation Cuche (00.3622) und der Motion Bigger kommt zum Ausdruck, dass das Fütterungsverbot für Tiermehl mehr oder weniger unbestritten ist, und damit legen wir natürlich auch fest, wie der Abfall entsorgt werden muss: Er darf nicht mehr in den Futterkreislauf kommen.

Kollege Kunz hat in seinen Ausführungen aufgezeigt, dass das energetisch ein Unsinn ist: Wir vernichten hochwertige Eiweissträger, ohne davon einen Nutzen zu haben. Das Problem ist aber so emotional, dass es letztlich von der Konsumfront her nicht erlaubt ist, Konzessionen zu machen; und wir sind in der Landwirtschaft mehrheitlich davon überzeugt, dass wir diesen beschwerlichen, diesen kostenintensiven Weg beschreiten müssen.

Das Problem stellt sich erst jetzt mit der Frage: Wie verwerten wir diese Schlachtnebenprodukte? Wir haben das Phänomen, dass zurzeit der Konsens besteht, dass der Klärschlamm in Zukunft - und dazu ist vom Bundesamt für Landwirtschaft eine Vernehmlassung durchgeführt worden - nicht mehr in der Landwirtschaft entsorgt werden soll. Das ist letztlich das gleiche Problem: Wir verzichten auf wertvolle Nährstoffe für die Landwirtschaft.

Dann stellt sich das Problem: Wo entsorgen wir das? Ich bin der Meinung, dass wir nicht mehr von "Entsorgung" sprechen sollten, sondern von einer anderen "Energieumwandlung".

Wenn wir die Probleme der Centravo zur Kenntnis nehmen, nämlich dass in der Schweiz wegen der Emissionen, die zum Teil entstehen, wenn solche Schlachtnebenprodukte in Energie umgewandelt werden, niemand solche Standorte will, stellen wir fest: Es ist ein gesellschaftliches Problem, dass sich niemand für diese Entsorgung, für diesen Abfall interessiert.

Mir ist hier ein Anliegen - und darum bin ich an das Rednerpult gekommen -, dass der Bundesrat die Verantwortlichen in der Standortwahl für solche Betriebe unterstützt. Es kann längerfristig wahrscheinlich nicht die Lösung und die Antwort sein, dass wir das Ganze ins Ruhrgebiet exportieren und diese Entsorgung unseren Nachbarn überlassen.

Ich danke Ihnen, Herr Bundesrat, wenn Sie in der Standortfrage und mit Hilfe von Investitionen für solche neuen hochtechnischen Entsorgungsmöglichkeiten mit Energiegewinnung die verantwortlichen Unternehmen unterstützen.