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Hösli Werner · Ständerat · 2017-11-30

Hösli Werner · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2017-11-30

Wortprotokoll

Hier geht es letztlich um die ganz einfache Frage: Müssen sich die monopolmässig tätigen Unternehmen, die den Strom an die Haushalte liefern, langsam zu wirklichen Dienstleistern entwickeln oder nicht? Mit der Umsetzung der Energiestrategie 2050 bricht sowieso ein neues Zeitalter an, dem sich die Marktteilnehmer stellen müssen. Das fast gottgegebene Elektrizitätswerk in der Gemeinde oder in der Region wird es so nicht mehr geben. Die heutigen Elektrizitätsversorgungsunternehmen müssen sich mehr nach dem Markt ausrichten. Das wird sowieso aufwendiger werden, als es bisher war. Der Stromkonsument wird auch immer anspruchsvoller, teils aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung, teils wegen grösserer Stromabhängigkeit. Es ist daher richtig, wenn wir die Elektrizitätsversorgungsunternehmen in diese Richtung trimmen, egal ob es um einen Versorgungsauftrag geht oder nicht. Ich persönlich möchte von meinem Elektrizitätsversorgungsunternehmen erklärt haben, warum, wann und für welche Geräte es mir die Stromlieferung gewährleistet oder eben verweigert. Dann kann ich dem zustimmen oder nicht. Und alles wird wahrscheinlich letztlich seinen Preis haben.

Die Lösung der Mehrheit sieht das nicht so vor. Da ist es umgekehrt. Es wird mitgeteilt, wie mein Haushalt strommässig versorgt wird. Bin ich nicht einverstanden, muss ich mich dagegen wehren. Man kann das auch noch etwas bildhafter erklären: Wenn ich beim Landwirt den Dünger, also den Kuhmist, für den Gemüsegarten kaufe und er mir diesen liefert, so wird er mich fragen, wo er den Dünger abzuladen hat. Es ist doch nicht so, dass er bei fehlender Abmachung ohne meinen expliziten Widerstand den Kuhmist einfach am für ihn geeignetsten Ort deponieren darf, was ja vermutlich nicht selten vor der Haustüre wäre. Auch ein Dienstleister mit Versorgungsauftrag hat seine Dienstleistungen zu erklären und je nachdem in verschiedenen Angeboten anzupreisen. Ich bin überzeugt, dass man sich bei den Elektrizitätsversorgungsunternehmen sogar aus eigenem Antrieb dorthin entwickeln wird. Also, nehmen Sie die Stromlieferanten in die Pflicht, sodass sie ihre Kunden auch als Kunden behandeln müssen. Das hat nichts mit Bürokratismus zu tun. Das hat mit ganz normaler Kundenbeziehung zu tun.

Zuletzt noch das ganz Übliche: Differenzbereinigung heisst, Differenzen zu bereinigen. Wir haben gehört, dass der Nationalrat uns bei sechs Differenzen gefolgt ist, wir ihm bisher noch bei keiner richtig. Das wäre noch ein letztes, aber sehr gutes Zeichen. [GZ]

Bitte folgen Sie der Minderheit Bruderer Wyss.