Leuthard Doris · Bundesrat · 2017-12-11
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2017-12-11
Wortprotokoll
Wir teilen die Einschätzung, dass Murgänge zunehmend eine Gefahr - eine leider dieses Jahr in Bondo realisierte Gefahr - darstellen und wir sicher versuchen müssen, die Kantone und Gemeinden in den exponierten Gebieten noch mehr zu unterstützen. Es werden nie so genaue Vorhersagen möglich sein wie bei Hochwasser und bei Lawinen. Bei Murgängen liegen sehr oft geologisch komplexe Situationen vor, es ist ein Zusammenspiel von Meteorologie und Permafrost, der sich über Jahrhunderte festgesetzt hat und sich lösen kann. Das hat viele Konsequenzen. In Bondo wurde eine Risikostufe publiziert, und es hat trotzdem nichts genützt. Sie wissen, dass sich die Masse in ein paar Minuten gelöst hat, und die Menschen [PAGE 941] konnten nicht mehr rechtzeitig gewarnt werden. Es ist einfach sehr viel komplexer.
Wir haben in unserer Antwort gesagt, dass es uns ab 2019 möglich ist, schweizweite Dispositionswarnungen anzustreben und umzusetzen, soweit dies wissenschaftlich möglich ist. Heute haben wir dafür einerseits die Datengrundlage und zweitens schlichtweg die finanziellen Mittel nicht. Das Bafu war in den letzten Sparrunden von grossen Kürzungen betroffen. Ich glaube nicht, dass die Kantone und Gemeinden wesentlich zur Finanzierung beitragen werden. Wir werden das Möglichste tun - mit den vorhandenen Ressourcen.