de Courten Thomas · Nationalrat · 2018-06-04
de Courten Thomas · Nationalrat · Basel-Landschaft · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2018-06-04
Wortprotokoll
Ich mache es sehr kurz, weil jedes Argument, das ich letztes Wochenende in aller Sorgfalt vorbereitet habe und heute in meinem Statement vortragen wollte, bereits dreimal genannt wurde. Ich möchte nur zwei Fragen an den Bundesrat deponieren.
Die erste Frage: Gewisse Befürworter der Initiative haben davon gesprochen, dass mit dem glühenden Eisen auf die Kühe und Kälber losgegangen wird, dass es raucht und zischt und die betroffenen Tiere diese Prozedur mit vor Angst weit aufgerissenen Augen ertragen müssen. Ich möchte gerne vom Herrn Bundesrat wissen, wie sich das konkret in der Realität abspielt, was die tierärztlichen Vorgaben sind und wie solche Eingriffe - es sind Eingriffe, das ist unbestritten - tatsächlich auch mit Blick auf das Tierwohl betrachtet werden müssen.
Die zweite Frage: Man hat auch mit der Würde des Tieres argumentiert, die mit dem Enthornen quasi amputiert würde. Gleichzeitig haben wir auch gehört, dass es genetisch bedingt hornlose Rind- und Ziegenrassen gibt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei den genetisch bedingt hornlosen Ziegen- und Rinderrassen die Würde des Tieres so stark verletzt ist, dass dies bis hin zum Verdauungsprozess Auswirkungen hätte.
Ich empfehle Ihnen meinerseits, die Initiative zur Ablehnung zu empfehlen. Ich habe eine klare Meinung dazu, weil mir alle Bauern, mit denen ich gesprochen habe, empfahlen, dieser Initiative nicht zuzustimmen. Sie wollen für ihre Tiere und für deren Tierwohl lieber Freilaufställe, weniger Risiko in der Betriebsführung und weniger Unfallgefahr für Mensch und Tier haben. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir keine neue Verfassungsbestimmung brauchen, sondern dass wir das Anliegen, sollte es denn eine Volksmehrheit finden, auch im Rahmen der bestehenden Gesetze umsetzen können.