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Hösli Werner · Ständerat · 2018-06-13

Hösli Werner · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2018-06-13

Wortprotokoll

Wir behandeln hier ein hochsensibles Thema. Erlauben Sie mir trotzdem, in Bezug auf das Postulat drei kritische Bemerkungen zu machen.

Zum ersten Punkt: Ich finde es falsch, Jugendliche sowie sehr junge Personen ins Thema "Lebensende" zu involvieren. Klar sind Geburt und Tod untrennbar miteinander verbunden. Aber Menschen im Blühen sind nicht auf den Tod zu sensibilisieren und vorzubereiten, sondern auf das Leben. Zum Beispiel Fünfzehnjährige betreffend Palliativpflege oder lindernde Medizin zu befragen und dies dann auszuwerten, wie es im Auftrag des BAG gemacht wurde, ist unsinnig und ergibt keinen Mehrwert.

Der zweite Punkt ist die Stossrichtung des Postulates, welches tendenziell einen separaten und teuren Markt für das schmerzlose Sterben anpeilt. Diese Stossrichtung lehne ich ab. Es ist klar: Viele suchen heute im boomenden Gesundheitsmarkt nach neuen wirtschaftlichen Betätigungsfeldern. Da ist natürlich unter dem Titel des Postulates, "Bessere Betreuung und Behandlung von Menschen am Lebensende", schon Aufmerksamkeit zu erheischen.

Mit dem Titel sind wir beim dritten Kritikpunkt. In meinem beruflichen Alltag begegne ich dem Tod sehr häufig. Meistens tritt er oft wirklich nach einem langen und mehr oder weniger erfüllten Leben ein. Aber dem Tod gehen auch dann meistens eine Zeit des Krankseins, der Multimorbidität und eine Sterbezeit voraus. Die lindernde Medizin ist heute zum Glück sehr weit fortgeschritten und findet auch vollumfängliche Anwendung. Ebenso wichtig sind aber eine gute hausärztliche Begleitung, liebevolle Pflege und fürsorgliche Betreuung, und dies verbunden mit einer individuell erwünschten Einbindung der Angehörigen. Da wird heute von den Ärzten und von den Pflegenden hervorragende Arbeit geleistet. Ich höre das sehr oft, und zwar nicht aus Umfragen, sondern in der Praxis. Der Titel dieses Postulates suggeriert aber, dass die Menschen heute zu oft einsam und schmerzvoll sterben. Entweder hat man sich hier wenig überlegt, oder ich werde gezwungen zu glauben, dass Sie von der hervorragenden Arbeit, die auf diesem Gebiet geleistet wird, wenig Ahnung haben.

Man kann dieses Postulat von mir aus überweisen. Der Titel müsste aber heissen: "Wie soll die heutige Behandlung, Pflege und Betreuung am Lebensende besser finanziert werden?" Sichern Sie zusammen mit den Kantonen primär einmal eine kostendeckende Finanzierung der geleisteten Arbeit, welche zum jetzigen Zeitpunkt ungenügend abgegolten ist, und bauen Sie nicht in erster Linie wieder teure Luftschlösser unter Einbezug oder zusammen mit der Verwaltung.

Ich wäre dankbar, wenn man sich bei diesem Vorstoss auch dies zu Herzen nehmen würde.