Giezendanner Ulrich · Nationalrat · 2018-09-11
Giezendanner Ulrich · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2018-09-11
Wortprotokoll
Haben Sie den Herrn Hadorn gehört? "Private Rosinenpicker" im Güterverkehr hat er gesagt! Herr Hadorn, der Güterverkehr - SBB Cargo - ist pleite! Mit Ihrem System ist er einfach pleitegegangen. Die haben kein Geld mehr, die sind überschuldet, die müssen reorganisieren - wegen dieses Gärtchendenkens! Sie haben den Garten jahrelang geschützt. Kein Markt war vorhanden. Wo kein Markt herrscht, ist ein Betrieb sofort pleite. Das haben wir doch schon bei Saurer gesehen: Saurer hat man [PAGE 1232] geschützt, man hat Militäraufträge usw. vergeben. Saurer ist pleite, Saurer gibt es nicht mehr.
Der einzig richtige Antrag ist der Antrag der Minderheit Grossen Jürg. Herr Grossen will Markt, er will Konkurrenz. Konkurrenz belebt, ohne Konkurrenz wird man faul. So ist es, seien Sie doch ehrlich! Da haben Sie gar keine Chance auf dem Markt. Wenn Sie einen qualitativ hochwertigen öffentlichen Verkehr wollen, dann müssen Sie dem Minderheitsantrag Grossen Jürg zustimmen. Herr Grossen ist der Einzige, der Mut hat. Nicht mal ich hatte den Mut, denn ich fahre ja mit SBB Cargo.
Herr Hadorn, wir Privaten lasten SBB Cargo aus, sonst wären die ganz pleite, und Ihre Leute hätten nichts mehr zu essen! Sagen Sie das, Frau Bundesrätin! Sagen Sie den Leuten, wie die SBB heute dastehen: Ende, Schluss! Das ist genau das System, das die Schweizer anwenden, diese geschützten Gärten. Das funktioniert nicht, ich sage es Ihnen nochmals. Folgen Sie der Organisation der Bahninfrastruktur, die Organisation ist heute nicht mehr so schlecht, wie sie im Januar noch war. Folgen Sie dem, aber, um Gottes willen, stimmen Sie dem Minderheitsantrag Grossen Jürg zu, damit wir SBB Cargo schützen und daraus wieder einen florierenden Betrieb machen können. Der Betrieb funktioniert aber erst, wenn er privat ist, das kann ich Ihnen sagen. Alles andere geht nicht.