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Weyeneth Hermann · Nationalrat · 2000-03-15

Weyeneth Hermann · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2000-03-15

Wortprotokoll

Ich bin Präsident eines kantonalen Waldbesitzerverbandes, jenes des Kantons Bern. In dieser Funktion vertrete ich nicht nur die Interessen des öffentlichen Waldes - aber auch diese -, sondern auch jene des Privatwaldes. Die Stellung der privaten Waldbesitzer ist innerhalb der Forstwirtschaft nicht von grosser Bedeutung. Sie sind eine Quantité négligeable, eine lästige Minderheit. Kommen dann allerdings Stürme auf uns zu, demonstrieren die Medien in ganzseitigen Berichten, dass es darum gehe, für diese Geschädigten Geld locker zu machen und diese Schäden zu beheben. Nun, gebrannte Kinder scheuen das Feuer. Aus den Erfahrungen nach dem Sturm Vivian wissen wir, dass zwar sehr viele Mittel geflossen sind, nur sehr wenige dieser Gelder jedoch in den Privat- und Kooperationswald. Sie wurden zur Sanierung von Helikopterunternehmen gebraucht, die für 84 Franken pro Kubikmeter Holz herausfliegen konnten - nachdem schon 100 Franken Rüstkosten angefallen waren - und dieses Holz dann zu 35 Franken pro Kubikmeter franko Spanplattenfabrik lieferten. Selbstverständlich ging es dabei um Holz aus dem öffentlichen Wald. Ich könnte Ihnen weitere Beispiele nennen; da sind die Millionen hingeflossen. Ich schliesse mich voll und ganz den Ausführungen von Herrn Steiner an.

Die Walderhaltungspolitik dieses Landes, die von der öffentlichen Hand geführt wird, hat dazu geführt, dass die Waldfläche innerhalb von zehn Jahren um 49 000 Hektaren zugenommen hat. Die öffentliche Hand tut alles, um die Produktivität der Fabrik zu vergrössern; sie kümmert sich aber keinen Deut darum, was mit den Produkten, die da auf Halde produziert werden, gemacht werden soll. Diese [PAGE 225] Meinung habe ich hier drin schon mehrmals vertreten, dies ist keine neue Erfindung. Angesichts dieser Walderhaltungspolitik lasse ich mir diese Vorlage, die Herr Steiner ausführlich auseinander genommen hat, jetzt nicht wieder als Hilfe an die Privatwaldbesitzer verkaufen! Hier verlange ich einen effizienten Einsatz. 480 Millionen Franken sind genug, wenn sie richtig und effizient dort eingesetzt werden, wo Schäden zu beheben sind. Sie sind aber nicht genug, wenn sich die Verantwortlichen durch entsprechende Anordnung für die staatlichen, öffentlichen Wälder prioritär bedienen können - dies geht bis zur Ausrüstung mit neuen Maschinen und Geräten. In den letzten Jahren hat es da ja fast ausnahmslos Defizite gegeben, während der "kleine" Privatwaldbesitzer zwei, drei oder vier Monatseinkommen eines Jahres durch Tätigkeit in seinem Wald oder anderen Wäldern verdient hat. Die Ernte ist jetzt für die nächsten dreissig bis vierzig Jahre abgeräumt.

Dieser Vorlage werde ich deshalb nur zustimmen, wenn durch Annahme des überfraktionellen Antrages - des Antrages der drei bürgerlichen Fraktionen - tatsächlich Garantie und Gewähr dafür geboten wird, dass die Mittel dorthin fliessen, wo die Katastrophe zu existentiellen Sorgen führt - nicht dorthin, wo man sich gemäss Jahresbericht 1998 mit dem Wiederansiedeln von Moos- und Flechtenarten beschäftigt.

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