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Gmür-Schönenberger Andrea · Nationalrat · 2018-11-29

Gmür-Schönenberger Andrea · Nationalrat · Luzern · CVP-Fraktion · 2018-11-29

Wortprotokoll

Die Olympischen und Paralympischen Winterspiele gehören zu den weltweit grössten Sportanlässen. Die organisierende Nation geniesst in dieser Zeit das Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund wurde im Frühling 2017 von Swiss Olympic die Kandidatur von Sion 2026 lanciert. Der Bundesrat sah mit der Organisation und der Durchführung der Winterspiele grosse Chancen verbunden, namentlich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die kulturelle Vielfalt und die politische Tradition unseres Landes weiterzuentwickeln und international zu präsentieren. Dementsprechend hat der Bundesrat das Projekt unterstützt.

In der Zwischenzeit stehen wir vor einer veränderten Ausgangslage. Mit rund 54 Prozent Neinstimmen hat die Walliser Bevölkerung bekanntlich den 100-Millionen-Kredit für die Kandidatur der Olympischen Winterspiele 2026 abgelehnt. Ohne brennendes Walliser Olympiafeuer finden keine Winterspiele in der Schweiz statt. Die Unterstützung der Bevölkerung in den Regionen und Austragungsorten war auch für den Bundesrat immer eine Voraussetzung für die Durchführung von Olympischen Winterspielen in der Schweiz. Dies ist im Kanton Wallis nicht der Fall, sodass das Projekt nicht weiterverfolgt werden kann. Der Bundesrat hat nach dem Nein der Walliser Bevölkerung den Entscheid des Organisationskomitees unterstützt, die Kandidatur nicht einzureichen. Auch der Ständerat hat am 26. September dieses Jahres entschieden, auf die Erlassentwürfe nicht einzutreten. Auf einem toten Pferd lässt sich nicht mehr reiten.

Ebenso empfiehlt unsere Kommission dem Nationalrat einstimmig, auf die Vorlage zur Unterstützung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 in der Schweiz nicht einzutreten, damit das Geschäft formell zurückgezogen werden kann. Die WBK liess sich von Bundesrat Guy Parmelin über das erfolgte Engagement des Bundes für die Walliser [PAGE 1860] Kandidatur informieren. In der Folge wurden aber hauptsächlich die aktuellen Projekte zur Förderung des Breitensports und die Unterstützung von Sportlagern in der obligatorischen Schule diskutiert. Ein Antrag, einen Teil der ursprünglich für das Projekt Olympia 2026 vorgesehenen Bundesgelder für Projekte und Aktivitäten im Rahmen des Breitensports und insbesondere von Schulskilagerwochen einzusetzen, wurde abgelehnt. Die Mehrheit der Kommission war der Ansicht, dass ein solches Anliegen im Kontext der verschiedenen parlamentarischen Vorstösse zu diesem Thema zu debattieren sei. Ebenso wurde der Bundesrat gebeten, eine Strategie auszuarbeiten, was solche Grossanlässe, auch im kulturellen Bereich, betrifft. Unserer Kommission war und ist es ein Anliegen, Herrn Bundesrat Parmelin sowie dem Gesamtbundesrat für die vorbehaltlose Unterstützung von Sion 2026 zu danken.

Es wurde die Bitte laut, der Bundesrat möge sich im Rahmen seiner Möglichkeiten dafür einsetzen, dass Olympische Spiele künftig auch in anderen Ländern ohne Gigantismus, aber unter Berücksichtigung von Ökologie und Nachhaltigkeit durchgeführt werden, wie das bei uns beabsichtigt war: So würde auch die Akzeptanz dieser Grossanlässe wieder steigen.

Ich bitte Sie namens der einstimmigen Kommission, auf das Geschäft nicht einzutreten.