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AB 239787

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2018-12-12

Wortprotokoll

Ich bin, das vorweg, der Finanzkommission sehr dankbar, dass sie sich die Zeit genommen hat, dass sie die Standorte besucht hat, dass sie unsere Vorarbeiten überprüft hat und Stellung genommen hat, und das sehr professionell. Das ist äusserst hilfreich.

Sie wissen es, es hat mit einem Sparauftrag - 20 Prozent von 200 Millionen Franken pro Jahr - begonnen. Wir hätten ohne Weiteres mit der Rasenmähermethode über die verschiedenen Standorte hinwegfahren und einfach überall ein paar Millionen wegnehmen können. Dann wäre die Sache nach meiner Überzeugung nicht besser geworden, sondern schlechter, weil die Leistungsfähigkeit der einzelnen Standorte zusätzlich gelitten hätte.

Das hat dann dazu geführt, dass wir gesagt haben, wir machen ein neues Konzept, ein Konzept, mit dem man konzentriert, mit dem man investiert, mit dem man dann die einzigartigen Qualitätslevel erreicht und damit in der Forschung ganz vorne mit von der Partie sein wird. Wir haben von Anfang an gesagt, es brauche etwa zehn Jahre, um so etwas umzusetzen. Die Skizzen waren noch nicht trocken, als das Ganze geleakt wurde und bei den Zeitungen landete. Ab diesem Zeitpunkt waren auch die Standorte, die wir ins Auge gefasst[NB]hatten, bekannt. Damit hat die Standortdiskussion eingesetzt.

Ich glaube, wir haben heute ein Konzept vorliegen, dessen Eckpunkte klar sind. Darauf kann man die Detailarbeiten aufbauen. Das wird die Arbeit der nächsten Monate sein. Ich bin fest davon überzeugt, dass es wichtig ist, dass man jetzt zügig vorwärtsmacht, damit die Unsicherheit bei den einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern innerhalb von Agroscope reduziert respektive definitiv beseitigt werden kann und die Leute wieder sicher sind, dass sie gefragt sind, dass sie ihren Job behalten können, dass ihre Forschungsleistung einen hohen Stellenwert hat. Das muss jetzt alles relativ rasch geklärt werden. Schnelligkeit ist ein Kriterium für die kommenden Monate. Ziel ist, das erstrangig qualifizierte Personal bei Agroscope behalten zu können.

Zum Stichwort Gouvernanz: Natürlich wissen wir auch, dass man zuerst eine Idee haben muss, dann eine Strategie entwickeln muss und die Strukturen im Nachgang dazu festlegt. Die Arbeitsgrundlage lautete dann eben: Wir konzentrieren uns einmal komplett auf einen Standort - aber das wohlverstanden nach zehn Jahren und über verschiedenste Etappen. Dass das keinen guten Widerhall gefunden hat, ist bekannt. Jetzt geht es um drei Standorte. Mir scheint[NB]das[NB]vernünftig zu sein. Es braucht vielleicht nicht mehr zehn Jahre, aber es braucht ein paar Jahre, um es dorthin zu führen.

Wir haben einen Agroscope-Rat ins Auge gefasst, der bei der kommenden Arbeit die Federführung übernimmt. Es sind im Wesentlichen einmal vier Vertreter aus der Verwaltung dabei; das Bundesamt für Landwirtschaft ist hier natürlich prominent vertreten. Dann müssen es vier Landwirtschaftsvertreter sein, also Vertreter der Basis, die die angewandte Forschung auf die Scholle zurückführen können - das ist uns wichtig. Dann haben wir schliesslich vier Vertreter von Forschungsinstituten ins Auge gefasst, auch mit internationalem Quervergleich, sodass wir uns nicht in einem Splendid-Isolation-Verständnis verlieren. Wichtig ist, dass wir in den einzelnen Forschungsgebieten mit den Besten der Welt den Challenge aufnehmen, und das können diese vier Vertreter in die Diskussion einbringen. Es ist also ein Zwölfer-Agroscope-Rat - vier, vier und vier. Über diesen Rat wird dann auch klargestellt, was Gouvernanz bedeuten muss.

Der langen Rede kurzer Sinn: Herr Nationalrat Hausammann und Herr Nationalrat Egger haben Ihnen die Idee vorgetragen, ich brauche das nicht zu wiederholen. Ich schätze mich glücklich, dass wir an diesem Punkt angekommen sind, obschon wir vielleicht etwas zu viel Pace gemacht haben. Aber es ist wichtig, dass wir uns zur neuen Idee bekennen und dass wir diese neue Idee jetzt schnell umsetzen, damit die Unsicherheit definitiv abgebaut werden kann. Ich bin zuversichtlich, dass das gut gemacht wird, und freue mich, dann irgendwann einmal von Weitem zur Kenntnis zu nehmen, dass es funktioniert.