AB 242768
Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2019-03-18
Wortprotokoll
Vorweg gilt es festzuhalten, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) keine Angaben zu ihren Investitionen in einzelne Unternehmen oder Branchen macht. In allgemeiner Weise lässt sich aber sagen, dass die Anlageverwaltung der SNB dem Primat der Geld- und Währungspolitik untersteht. So muss sie vorrangig auf die Erfüllung ihres geldpolitischen Auftrags ausgerichtet sein, nämlich auf die Gewährleistung der Preisstabilität unter Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung. Unter dieser grundlegenden Prämisse gestaltet die SNB ihre Anlageverwaltung neutral und strebt keine politischen oder strategischen Ziele an. Daher verwaltet die SNB ihr Aktienportfolio passiv, indem sie die einzelnen Märkte in ihrer Gesamtheit abbildet und ihre Anlagen dadurch möglichst breit diversifiziert.
So wird die Anlagepolitik der SNB vor politischen Überlegungen abgeschirmt. Nur in eng definierten Ausnahmefällen weicht die SNB vom Grundsatz der breiten und passiven Marktabdeckung ab. So verzichtet sie auf Investitionen in Aktien mittel- und grosskapitalisierter Banken und bankähnlicher Institute von Industrieländern, um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden. Zudem erwirbt die Nationalbank keine Aktien von Unternehmen, die grundlegende Menschenrechte massiv verletzen, systematisch gravierende Umweltschäden verursachen oder in die Produktion international geächteter Waffen involviert sind.