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Lohr Christian · Nationalrat · 2019-06-14

Lohr Christian · Nationalrat · Thurgau · CVP-Fraktion · 2019-06-14

Wortprotokoll

Ich danke Ihnen, dass Sie die Geduld haben, mich nochmals zum Thema Sport anzuhören. Jetzt kommt ein anderer Bereich, und ich möchte gleich vorausschicken, dass ich hier nicht zurückziehen, sondern konsequent bleiben werde. Es ist mir zu wichtig, dass man hier den richtigen Kurs einschlägt.

Die täglichen Sport- und Bewegungsaktivitäten im Kindes- und Jugendalter sind das Thema eines weiteren Postulates, das ich eingereicht habe. Es geht konkret darum, dass ich den Bundesrat unter anderem dazu auffordere aufzuzeigen, wie wir mit der Förderung der Bewegungsaktivitäten der Kinder im internationalen Vergleich dastehen. Wir wissen ja - vielen ist es zwar noch nicht bekannt -, dass wissenschaftliche Studien belegen, dass wir im internationalen Vergleich im Bereich der Jugendaktivitäten eben gar nicht so glänzend dastehen, wie wir dies gerne hätten oder wie es sein sollte. Wir müssen da Ideen weiterentwickeln. Es ist so, dass namentlich bei den weiblichen Jugendlichen die Sportbetätigung und die Bewegungsaktivitäten eben nach der normalen Schulzeit abnehmen. Das sind für mich schlechte Zeichen, vor allem darum, weil dies natürlich mittel- und längerfristig Auswirkungen hat, unter anderem auch auf die Gesundheit und die persönliche Entwicklung. Der Sport hat ja eine mehrfach positive integrative Wirkung.

Der Bundesrat hat in seiner Antwort auf mein Postulat angedeutet, er möchte jetzt neue Erhebungen vornehmen, dadurch schlauer werden und dann auch mit schlauen Massnahmen die ganze Sache weiter fördern. Ich habe da meine Bedenken, dass das wirklich gelingt oder man das wirklich tut. Wir wissen ja: Wir haben in der Schweiz ein in den letzten Jahren durchaus verbessertes Sportförderungsgesetz, mit dem wir die Möglichkeit haben, die Jugend zu unterstützen usw. usf. Was aber zu denken gibt - das ist eben der Punkt, den ich etwas im Fokus habe -, ist, dass Kinder mit niedrigem Sozialstatus und Migrationshintergrund nachweislich etwa zwei- bis dreimal seltener Sport- bzw. Bewegungsaktivitäten betreiben und damit, das müssten wir ganz klar sehen, eine negativere Entwicklung vor sich haben. Die beiden Studien, die dann in Aussicht gestellt werden, werden, wie ich befürchte, keine Angaben zu Vorschul- und Kindergartenkindern beinhalten. Über die Kleinsten, die uns ja wirklich wichtig sein müssten, haben wir keine Informationen.

Ich möchte konkret fragen: Dürfen die da draussen noch so herumrennen, auf Ästen balancieren, Bälle werfen, im Schwimmbad planschen? Ich möchte ausdrücklich erwähnen: Es geht mir überhaupt nicht darum, den Eltern irgendwelche Vorschriften zu machen. Wir wissen auch ganz genau, dass die Eltern immer noch die besten Vorbilder sein müssen und mit den Kindern Bewegung betreiben sollen, bei ihnen Bewegung anregen sollen usw. Die Realität sieht aber immer weniger so aus.

Vorhin habe ich gehört, wie die Frau Bundesrätin in einem anderen Votum von Whatsapp, Snapchat, Facebook, Twitter usw. geschwärmt hat. Ich möchte die kleinen Kinder nicht unbedingt mit diesen Elementen aufwachsen sehen. Ich möchte, dass sie sich bewegen, dass sie draussen in der Natur [PAGE 1113] sind, dass sie etwas Positives erleben. Positives zu erleben heisst für mich dann natürlich auch, dass sie dies im Rahmen gemeinsamer Aktivität mit anderen Kindern tun können.

Ja, ich habe, glaube ich, genug gesagt - und ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.