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Glarner Andreas · Nationalrat · 2019-09-11

Glarner Andreas · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2019-09-11

Wortprotokoll

Von der Wiege bis zur Bahre - fordere 4, erhalte 2, erwarte 38. So ungefähr läuft das Spiel jetzt hier.

Nun sollen also auch noch Väter in den Genuss eines Urlaubes unmittelbar nach der Geburt kommen. Die Kosten von mindestens 420 Millionen Franken pro Jahr, wohlverstanden, sollen wieder einmal alle bezahlen - also auch die, die gar keine Kinder haben, und natürlich auch die Firmen. Und auch beim Gegenentwurf werden es noch immer deutlich über 200 Millionen Franken sein - wie immer von der Ratsseite gefordert, die immer den Bestellzettel ausfüllt, an der Kasse dann aber nicht in der Lage ist, zu bezahlen. Offen gestanden ist es schon etwas schizophren: Die Linken und auch die vielen Netten wollen die Kinder zwar am liebsten schon vor der Geburt dem Staat zur Obhut übergeben. Gleichzeitig will man aber einen Urlaub, um dem Vater zu ermöglichen, Zeit mit dem Kind zu verbringen.

Als Vater von zwei Kindern hatte ich offen gestanden nicht unbedingt das dringende Bedürfnis, meine Kinder 4 Wochen lang Tag und Nacht zu sehen. Aber ich hatte auch eine tüchtige Frau, die voll in ihrer Rolle als Mutter aufging - und ja, sie arbeitete bis zum letzten Tag vor der Geburt; und ja, sie arbeitete auch bald nach der Geburt wieder. Ich darf Ihnen versichern, dass weder meine Frau noch die beiden Kinder, noch ich einen ersichtlichen Schaden davongetragen haben. Aber hätte ich dieses Bedürfnis gehabt, so hätte ich meine Ferien dafür aufgewendet. Und so ist es also auch jedem Vater unbenommen, seine Ferien für diese Betreuung oder Begleitung einzusetzen. Und ganz theoretisch könnte man sich ja auch eine Lösung vorstellen, bei welcher die Mutter einen Teil ihrer üppigen 14 Wochen dem Mann abtritt. Ich verstehe überhaupt nicht, warum der Staat, also die Allgemeinheit, und die Firmen dafür aufkommen müssen. Wir dürfen die EO nicht noch weiter belasten.

In diesem Sinne bitte ich Sie also, meine sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen, diese Volksinitiative und auch den Gegenvorschlag abzulehnen.

An dieser Stelle danke ich meiner Urgrossmutter, meiner Grossmutter, meiner Mutter und, ja, auch meiner Exfrau, dass sie dies alles ohne staatliche Hilfe geschafft haben.