Heim Bea · Nationalrat · 2019-09-17
Heim Bea · Nationalrat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2019-09-17
Wortprotokoll
Es ist erfreulich, dass sich der Bund bei seinen Projekten konsequent an die Grundsätze der Nachhaltigkeit und der Energieeffizienz hält - vorbildlich, so, wie es erwartet wird. Aber weniger vorbildlich zeigt sich der Bund in der Umgebungsgestaltung der bisherigen Bundesbauten in Zollikofen. Wer die Bilder kennt, weiss, dass es eher eine triste, graue Einöde rund um die seit 2013 fertigen Bundesbauten ist - ökologische, naturnahe Umgebungsgestaltung sieht anders aus. Für einige Leute in Zollikofen ist das ein echtes Ärgernis. Sie fordern zu Recht, dass der Bund die Umgebung seiner Bauten ökologisch und nach den Grundsätzen der Biodiversität gestaltet. Angesichts des Bienen- und Insektensterbens und in der Folge des Artenschwundes in der Vogelwelt ist doch Biodiversität schlicht ein Gebot der Zeit. Massnahmen zur Förderung der Biodiversität, sagt das BBL, seien möglich und machbar und, das sagt der Bundespräsident, eine Selbstverständlichkeit. Dem stimmen wir zu. Schliesslich hat der Bund ja auch eine nationale Biodiversitätsstrategie. Aber es geht eben auch darum, das umzusetzen, was auf dem Papier steht, und nicht Bundesbauten mit grauen Betonwüsten zu umgeben. Die Gestaltung des grossen Areals in Zollikofen ist sicher kein Ruhmesblatt, trotz der paar wenigen verirrten Bäume.
Darum beantragt unsere Minderheit bei Artikel 1 Absatz 2bis des Bundesbeschlusses, eine naturnahe Aussenraumgestaltung an die Hand zu nehmen. Dieser Antrag, ursprünglich von Kollegin Kiener Nellen gestellt, entspricht dem Wunsch der Bevölkerung in Zollikofen. Er entspricht aber auch dem Baureglement von Zollikofen, das Anlagen vorsieht, bei welchen Massnahmen zur Förderung von naturnahen Räumen für Flora und Fauna umzusetzen sind. Deshalb bitte ich Sie, dem Minderheitsantrag zuzustimmen.
Ich gebe gerne wieder, was im Papier von Bird Life Schweiz steht, das auf Ihren Tischen liegt: "Das Bauvorhaben Zollikofen hat vier Etappen. Bei den ersten beiden Etappen hat der Bund seine Vorbildfunktion nicht wahrgenommen. Es gibt keinen Raum für Biodiversität. Bitte helfen Sie mit, dass bei der nun anstehenden Bauetappe 3 dringend benötigter Raum für inzwischen selten gewordene Pflanzen- und Tierarten geschaffen werden kann."
Natürlich braucht es im Moment Zugangspisten zu den Arbeitsplätzen, aber wenn derart nichts vorhanden ist, ist es doch klar, dass wir angesichts dessen, was der Bundespräsident als Selbstverständlichkeit bezeichnet hat, hier auch sichtbare Taten erwarten.
Ich bitte Sie in diesem Sinn, diesem Antrag zuzustimmen.