Sommaruga Simonetta · Bundesrat · 2019-09-23
Sommaruga Simonetta · Bundesrat · Bern · 2019-09-23
Wortprotokoll
1. Die CO2-Emissionen des Flugverkehrs basieren auf dem Kerosinabsatz gemäss Gesamtenergiestatistik des Bundesamtes für Energie. Diese Vorgehensweise entspricht den Berichterstattungsrichtlinien des Intergovernmental Panel on Climate Change, welche für die Erstellung des Treibhausgasinventars unter der Klimarahmenkonvention der Uno verbindlich vorgegeben sind.
2.[NB]Die Berechnung der CO2-Emissionen gestützt auf den Kerosinabsatz in der Schweiz ist eine vertretbare Schätzung. Hingegen ist es schwierig, die gesamte Klimawirkung des Flugverkehrs zu schätzen. Zusätzlich zu den CO2-Emissionen gibt es weitere klimawirksame Effekte, z. B. durch den Ausstoss von Stickoxiden oder Russ oder die Bildung von Kondensstreifen oder Zirruswolken. Die Schwierigkeit besteht darin, kurzlebige lokale Effekte, wie beispielsweise die Bildung von Zirruswolken, mit der langfristigen Klimawirkung des CO2 zu kombinieren. In der Wissenschaft werden verschiedene Konzepte diskutiert, wie diese Effekte kombiniert werden können. Die Wahl der Metrik muss jedoch der Fragestellung angepasst werden. In der Literatur findet man Faktoren im Bereich von 1,1 bis 3. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt schlägt einen Faktor von 1,35 vor, mit welchem die CO2-Emissionen skaliert werden können, um Nicht-CO2-Effekte einzuschliessen, also Global Warming Potential mit einem Zeithorizont von hundert Jahren. Dieser Faktor berücksichtigt den Einfluss der Flugemissionen auf Zirruswolken nicht, welcher mit grosser Unsicherheit behaftet ist, und misst durch die Wahl des langen Zeithorizonts den kurzfristigen klimawirksamen Veränderungen ein geringes Gewicht bei.