preparatory:AB 260978
Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2020-05-06
Wortprotokoll
In Bezug auf den Tourismus gab es in diesen drei Tagen ein gemeinsames Commitment. Dem Tourismus geht es schlecht, der Tourismus ist in einer veritablen Krise und liegt im Moment faktisch am Boden. Ich glaube, diese Übereinstimmung haben wir. Wir stimmen auch darin überein, dass in den nächsten Monaten Schweizer Touristen im Vordergrund stehen, dies unter dem Motto: "Schweizer, lernt die Schweiz besser kennen in Regionen, die ihr noch nicht kennt!" Das ist die Zusammenfassung der Diskussionen, die in allen Kommissionen und in beiden Räten geführt wurden. Damit haben auch die Regionen ein entsprechendes Gewicht.
Der Bundesrat wird den Leistungsauftrag, der zwischen Seco und Schweiz Tourismus besteht, in dem Sinn überarbeiten, dass mit diesen 40 Millionen Franken, die jetzt zur Diskussion stehen, prioritär die regionalen Beitragszahler entlastet werden, damit diese regionalen Touristikveranstalter ihre Mittel in ihrer Region investieren können, damit hier auch eine Breitenwirkung entsteht. Die Anliegen, die Sie besprochen haben, werden wir in den Leistungsvertrag zwischen Seco und Schweiz Tourismus einbauen. Damit haben Sie eine hohe Gewähr, dass die Mittel genau in Ihrem Sinn eingesetzt werden. Sie werden angesichts der aktuellen Situation zugunsten der Schweiz und der Regionen eingesetzt. Es ist auch kein Widerspruch zur Nachhaltigkeit, die im Anhang erwähnt wird, sondern im Gegenteil eine sinnvolle Ergänzung, dass wir das weiter präzisieren. Das würden wir so aufnehmen, und ich glaube, damit ist Ihrem Anliegen entsprochen.
Gestatten Sie mir noch eine persönliche Bemerkung. Ich möchte dazu an die Aussagen von Ständerat Juillard von vorhin anknüpfen. Sie sind für drei Tage zur Bewältigung der Corona-Krise zusammengekommen. Ich habe langsam genug von dieser Krise. Wir müssen diese Krise jetzt ins Gegenteil wenden, nämlich in eine Chance. Eine Chance, in der Schweiz zusammenzustehen: Wir sind solidarisch, wir verbringen die Ferien in der Schweiz, und wir geben das Geld in der Schweiz aus für den Schweizer Tourismus, für Schweizer Hotels, für feines Essen, für unsere Landwirtschaft, für die Bauern, für Bier und Wasser - all das! Ich denke, Sie haben hier eine Leadfunktion.
Wenn Sie mit dieser Botschaft zurückkommen und sagen: "Jetzt stehen wir zusammen, und jetzt wenden wir das zugunsten der Schweiz", dann erreichen wir eine weit höhere Wirkung als mit diesen Werbebeiträgen. Ich denke tatsächlich, das ist eine Chance, nicht mit dem Krisenmodus in den Alltag zurückzukehren, sondern zu sagen: "Ja, wir packen die Chance, wir ändern das, und jetzt tun wir gemeinsam etwas für die Schweiz. Die Schweiz ist ein wunderschönes Land mit vielen Naturschönheiten, mit den besten Nahrungsmitteln der Welt, mit dem besten Wein, mit dem besten Bier" - mit dem besten Brot, natürlich, für den Müller Knecht! (Heiterkeit) -, "was wollen wir mehr?" Also, das muss die Botschaft sein.
Ich würde mir wünschen, dass wir etwas Aufbruchstimmung verbreiten, denn das werden wir in den nächsten Monaten und Jahren brauchen. Wir sollten von diesem Beerdigungsmodus wegkommen und wieder Freude ausstrahlen. Das wünsche ich mir - und nicht, dass wir hier nur Kredite sprechen. Es wäre mir wirklich ein Anliegen. Wenn wir es fertigbringen, wieder etwas Aufbruchstimmung zu erzeugen, dann haben wir einen wunderschönen Sommer vor uns, um miteinander die Schweiz zu erleben und das Geld hier auszugeben. Etwas Besseres kann der Schweiz nicht passieren, und Sie sind sozusagen im Lead. Gehen Sie also mit gutem Beispiel nach Hause zurück. (Beifall)