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Umbricht Pieren Nadja · Nationalrat · 2020-06-18

Umbricht Pieren Nadja · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2020-06-18

Wortprotokoll

Ich spreche für meine Minderheit und zugleich auch für die SVP-Fraktion, welche den Nichteintretensantrag unterstützen wird.

Ziel dieser parlamentarischen Initiative ist es, bestehende Lücken in der frühen Förderung der Kinder in den Kantonen zu schliessen. Es soll dafür für die Dauer von zehn Jahren ein Verpflichtungskredit von 8,45 Millionen Franken zur Verfügung stehen.

Es ist absolut verständlich, dass jedes Kind in der Schweiz dieselben Chancen haben soll. Jedes Kind soll sich unabhängig von seinem Alter, seiner Herkunft oder seinem sozialen Stand altersgerecht entwickeln dürfen. Es liegt primär in der Verantwortung der Eltern, ihrem Kind die bestmöglichen Voraussetzungen zu bieten, um eine unbeschwerte und fröhliche Kindheit erleben zu dürfen, und das Kind in seiner Entwicklung zu fördern und zu fordern. Gesellschaft und Staat bieten unzählige Möglichkeiten zur Unterstützung der Eltern in der Wahrnehmung dieser Verantwortung. Angebote wie Eltern-Kind-Singen, -Turnen, Mutter-Kind-Deutsch, Spielgruppen, Malateliers, Kitas, öffentliche Spielplätze, Kinderschwimmen und viele weitere bieten den Eltern und Kindern die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen, sei es unter den Kindern oder auch unter den Eltern. All diese Angebote fordern und fördern das Kind in seiner sprachlichen, motorischen, kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung. Für eine gesunde Entwicklung ihrer Kinder stehen den Eltern auch Hebammen, Elternberatungen oder Kinderärzte und viele weitere Fachpersonen zur Seite. Solche Angebote und noch viele mehr werden in den Gemeinden und Kantonen bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt.

Viele Angebote können gratis genutzt werden, bei anderen muss ein Unkostenbeitrag oder ein einkommensabhängiger Tarif bezahlt werden. Alle Angebote stehen allen Eltern zur Verfügung. Es gibt zusätzlich spezielle Integrationsangebote für Migrantenfamilien oder Unterstützungsangebote für bildungsferne Familien. Alle Kinder in unserem Land haben somit die Möglichkeit, bereits vor dem Schuleintritt Angebote[NB]zu[NB]nutzen, je nachdem, was das Kind oder die Eltern brauchen.

Der Staat kann noch so viele Angebote schaffen, noch so viel Geld zur Verfügung stellen - all diese Angebote nützen nichts, wenn die Eltern, welche die Verantwortung für ihre Kinder tragen, diese nicht nutzen. Es gibt unzählige Angebote vor Ort, welche Kinder bereits heute bei der frühen Förderung unterstützen. Es ist die Aufgabe der Kantone und Gemeinden, diese zu schaffen und weiterzuentwickeln. Und es ist die Verantwortung der Eltern, sie auch zu nutzen. Es braucht keinen neuen befristeten Kredit. Angebote und Möglichkeiten stehen genügend zur Verfügung, damit sich jedes Kind in der Schweiz altersgerecht entwickeln kann.

Ich bitte Sie deshalb, meiner Minderheit sowie dem Antrag des Bundesrates zu folgen und auf diese Vorlage nicht einzutreten.

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