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Brunner Thomas · Nationalrat · 2020-06-18

Brunner Thomas · Nationalrat · St. Gallen · Grünliberale Fraktion · 2020-06-18

Wortprotokoll

Wir wissen es: Absolute Chancengerechtigkeit im Sinne von Chancengleichheit ist nicht erreichbar. Aber sie ist ein lohnendes Ziel. Wir sollten uns daran orientieren, weil es sich lohnt. Es lohnt sich gesellschaftlich ebenso wie volkswirtschaftlich. Die wesentlichen Fakten sind ja bekannt, vieles davon kommt aus der Forschung. Grundlegende Weichenstellungen bei Kindern erfolgen relativ früh, und wenn es bei Basisfunktionen wie dem Spracherwerb nicht so läuft, wie es sollte, führt das zu einem ganzen Rattenschwanz von unerwünschten Nachwirkungen. Längerfristig lohnen sich Investitionen in die Chancengerechtigkeit von Kindern also. Wer hier sparen möchte, der spart am falschen Ort, weil die Kosten mehrfach zurückkommen, vor allem über die Sozialhilfe.

Das Vernehmlassungsergebnis spricht für sich, ebenso der Antrag der Kommissionsmehrheit. Es ist zu betonen, dass das Vorgehen hier stufengerecht ist. Wo unterschiedliche Rahmenbedingungen bestehen, da werden unterschiedliche Projekte entstehen, und diese werden mit einer 50-prozentigen Anschubhilfe vorübergehend unterstützt; dies als Anreiz, um vorwärtszumachen.

Wir werden also eintreten und den Minderheitsantrag Pieren ablehnen.

Was den Minderheitsantrag Fivaz Fabien betrifft, der die Obergrenze erhöhen möchte - damit können, statt Projekte bis zu 700[NB]000 Franken, Projekte bis zu 1 Million Franken mitfinanziert werden -, sprechen wir uns angesichts der lohnenden Investitionen für die grosszügigere Obergrenze aus.