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Marti Samira · Nationalrat · 2020-06-18

Marti Samira · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion · 2020-06-18

Wortprotokoll

Mein vorliegendes Postulat verlangt, dass wir im Rahmen eines Berichtes klären, wie dieser Gender Overall Earnings Gap, die gesamte Einkommensdifferenz inklusive der Erwerbsvolumen, und andere wichtige Daten zur unbezahlten Arbeit und zur Lohndiskriminierung in Zukunft regelmässig als Zeitreihendaten erhoben oder berechnet werden können. Es hört sich sehr technisch an, doch es ist eigentlich relativ simpel, denn es braucht für solide Politik auch solide Datengrundlagen. Bezüglich der Gleichstellungspolitik sind wir weiterhin mit grossen Datenlücken konfrontiert; während die europäischen Staaten die gesamtgesellschaftliche geschlechterspezifische Einkommenslücke via Eurostat auch veröffentlichen, ist die Zahl für die Schweiz nicht über die Zeit verfügbar. Damit tappen wir im Dunkeln, wenn es darum geht, den Fortschritt bei der wirtschaftlichen Gleichstellung der Geschlechter zu messen, und auch der internationale Vergleich ist damit nicht möglich.

Diese Daten sind also fundamental, wenn wir in der Gleichstellungspolitik auch lernen möchten und uns mit anderen europäischen Ländern auf wissenschaftlicher Basis vergleichen möchten. Sie wissen es, in der Schweiz werden Milliarden von Arbeitsstunden auf unbezahlter Basis geleistet, etwa zwei Drittel davon von Frauen. Bei diesem Postulat geht es aber nicht darum, die politischen Folgen und Konsequenzen davon zu diskutieren, sondern es geht schlicht und einfach darum, dass wir diese Daten erheben, und zwar für die Schweiz. Denn wenn die verschiedenen Ebenen dieser wirtschaftlichen Benachteiligung ausgewertet werden, dann wissen wir, dass es sich um beträchtliche Summen, um Milliarden von Franken handelt, und diese volkswirtschaftliche Information muss auch für die Öffentlichkeit, für die Wissenschaft, für die Medien und für die Politik zugänglich sein.

Ich bitte Sie also, diesem Postulat zuzustimmen, sodass wir im Rahmen dieses Berichtes klären können, ob und inwiefern wir in der Schweiz diese Daten auch für uns selbst erheben können. Heute überlassen wir das der Europäischen Kommission, die das seit 2010 im Vierjahresrhythmus für die Schweiz erhebt. Ich denke, es wäre angemessen, wenn wir das als Land selbst täten.