Badertscher Christine · Nationalrat · 2020-09-14
Badertscher Christine · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2020-09-14
Wortprotokoll
Ich beschränke mich bei Block 3 auf die Massnahmen 50bis und 52ter von Artikel 18, auf den Seiten 23 und 24 der Fahne.
Eine Minderheit Wettstein fordert als Massnahme 50bis die Erarbeitung einer Strategie Wassermanagement, insbesondere für die Bewässerung und das Trinkwasser. Die letzten zwei Jahre haben aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit deutlich aufgezeigt, welche Probleme im Bereich Wasser auf uns zukommen werden. Auch dieses Jahr mussten bereits sehr früh im Jahr die Kulturen bewässert werden, zudem wird auch das Trinkwasser vielerorts knapp. Es besteht Handlungs- und interregionaler Koordinationsbedarf beim Wassermanagement. Diese Aufgaben werden mit dem fortschreitenden Klimawandel immer dringender und müssen deshalb in der Legislaturplanung aufgenommen werden.
Eine weitere Minderheit Wettstein fordert als Massnahme 52ter die Verabschiedung einer Strategie betreffend die Umweltauswirkungen der Schweiz im Ausland. Dabei sollen die Messungen verbessert sowie Massnahmen zur Verringerung der Umweltbelastung ergriffen werden. Der ökologische Fussabdruck der Schweiz beträgt 2,8 Planeten. Das heisst, dass unser gegenwärtiger Konsum auf Kosten künftiger Generationen und anderer Erdteile geht. Deshalb steht auch in der Botschaft zur Legislaturplanung, dass für die Schweiz bei der Umsetzung der UNO-Agenda 2030 insbesondere bei deren Ziel 12, dem Konsum, grosser Handlungsbedarf besteht, dies mit einer direkten Auswirkung auf Ziel 13, den Schutz des Klimas. Denn der zu hohe Ressourcenverbrauch bedeutet auch immer höhere Treibhausgasemissionen.
Insgesamt nimmt zwar der Ressourcenverbrauch im Inland ab, gleichzeitig nimmt der durch den Konsum verursachte Ressourcenverbrauch im Ausland jedoch deutlich zu. Drei Viertel des Schweizer Verbrauchs von natürlichen Ressourcen fallen im Ausland an. Zum Beispiel importieren wir bereits die Hälfte der Nahrungsmittel mit einem entsprechend grossen ökologischen Fussabdruck. Diese Sankt-Florians-Politik, das heisst das Auslagern der Umweltprobleme ins Ausland, ist nicht nachhaltig und auch unfair gegenüber den Menschen in anderen Ländern. Deshalb braucht es eine Strategie zur Verringerung der Umweltauswirkungen der Schweiz im Ausland, zum Beispiel durch die Förderung regionaler Produkte, durch Nachhaltigkeitskriterien beim Import und durch die Senkung des Abfallvolumens, insbesondere der Lebensmittelverschwendung.
Damit der Ressourcenverbrauch der Schweiz insgesamt und insbesondere jener im Ausland gesenkt werden kann, müssen unbedingt umfassende Massnahmen ergriffen werden, damit wir einen Beitrag zur Erreichung von Ziel 12 der Agenda 2030 leisten können.