Funiciello Tamara · Nationalrat · 2020-10-29
Funiciello Tamara · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2020-10-29
Wortprotokoll
Ich muss Ihnen ehrlich gestehen, dass es mir ein bisschen ein Rätsel ist, wie man gegen [PAGE 2024] ein solches Postulat sein kann. Ich werde das Gefühl nicht los, dass der Antrag auf Ablehnung des Postulates eher aus Prinzip als aus inhaltlichen Gründen gestellt wird. Denn es geht um nicht mehr und nicht weniger als darum, zu analysieren, wie sich die Entscheidungen, die der Bundesrat und wir hier im Rahmen der Covid-19-Krise getroffen haben, auf die Menschen in diesem Land auswirken. Es geht darum, zu schauen, ob wir gerecht gehandelt haben, ob wir alle unterstützt haben, die es brauchten, wen wir vergessen, vernachlässigt oder auch bevorzugt haben und ob es die richtige Entscheidung war. Es geht darum, zu analysieren, wie sich diese Massnahmen zum Beispiel auf das Gesundheitspersonal auswirken, wie sich diese Massnahmen auf Frauen und auf Männer oder zum Beispiel auf ältere Menschen auswirken. Und es geht darum, zu lernen, wie wir mit der nächsten Krise umgehen wollen, denn sie wird kommen - Hashtag Climate Change.
Dass wir es tun müssen, zeigt das Beispiel der Kitas, die während des Lockdowns im Frühling vergessen wurden. Es zeigt sich daran, dass Frauen in der Taskforce kaum vertreten sind, oder daran, dass wir schlicht nicht wissen, ob Stadt- und Landregionen in der Krise andere Bedürfnisse haben. Daher bedarf es auch einer breiten, grossen und fundierten Analyse, in der auf die unterschiedlichsten Gruppen eingegangen wird. Ja, Berichte und Analysen kosten. Wissen Sie, was noch mehr kostet? Trial-and-Error-Strategien.
Es wäre schlicht und einfach verantwortungslos, blind zu politisieren. Es wäre verantwortungslos, unser Krisenmanagement nicht zu analysieren und zu verbessern. Das sieht auch der Bundesrat so und empfiehlt das Postulat richtigerweise zur Annahme.
Ich bitte Sie, dieser Empfehlung zu folgen.