Graf Maya · Ständerat · 2020-12-08
Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2020-12-08
Wortprotokoll
Die Minderheit, die ich anführen darf, möchte die Motion annehmen, die im Nationalrat mit grosser Mehrheit überwiesen wurde.
Was will die Motion? Die Motion hat ein grundsätzliches Ziel: Sie will die Koordination zwischen den kantonalen und internationalen Strafverfolgungsbehörden, Antidoping-Agenturen und Zollbehörden verbessern. Es ist für eine Motion etwas ungewöhnlich, aber es ist eigentlich ein Prüfauftrag. Das ist hier als Erstes festzuhalten.
Als Zweites möchte ich festhalten, dass das Problem des Dopings nach wie vor akut ist. Dopingfälle beschäftigen uns nicht nur im organisierten Sport seit Jahrzehnten, nein, Dopingfälle schaden auch dem Sport als Ganzen massiv. Doping ist nicht zu tolerieren. Wir alle wollen fairen und sauberen Sport. Daher müssen diese Dopingfälle koordiniert verfolgt werden können.
Ich möchte auch darauf hinweisen, dass wir als Schweiz eine besondere Verantwortung dafür haben, diese Koordination möglichst gut und umfassend mit einer entsprechenden Stelle abzudecken. Die Schweiz ist Standort diverser internationaler Sportverbände, die weltweit eine wichtige Rolle einnehmen. In der Schweiz finden regelmässig Weltcuprennen statt. Die Jugendolympiade war beispielsweise in diesem Jahr bei uns. Auch die Rad-WM oder die Eishockey-WM hätten in diesem Jahr bei uns stattfinden sollen. Das zeigt, und das ist zu begrüssen, dass die Schweiz ein Hotspot von international bedeutenden Sportanlässen ist.
Gerade aus diesen Gründen beantragt Ihnen die Minderheit, die Motion anzunehmen. Sie möchte sicherstellen, dass bei der Dopingbekämpfung die nationale und internationale Koordination auf Bundesebene institutionalisiert wird. Wie wir in den Hearings feststellen konnten, ist auch die Stiftung Antidoping Schweiz für eine Koordinationsstelle, für eine Stelle, die bezeichnet wird und welche Klarheit schafft.
In diesem Sinne möchten wir Sie bitten, dieser Motion ebenfalls zuzustimmen und sie dem Bundesrat als Prüfauftrag - obwohl das Anliegen als Motion daherkommt - zu übergeben; dies, damit die Schaffung einer solchen spezifischen Stelle für Dopingfragen beim Bund geprüft werden kann. In der Kommission wurde uns von den Experten und Expertinnen bestätigt, es brauche dazu keine neuen gesetzlichen Grundlagen.