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Giezendanner Benjamin · Nationalrat · 2020-12-17

Giezendanner Benjamin · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2020-12-17

Wortprotokoll

Tatsächlich ist es so, dass die Bahnwaggons heute noch immer angekoppelt werden wie vor hundert Jahren. Möglicherweise haben Sie schon einmal gesehen und sicher schon mal gehört, wie der grosse, 20 Kilogramm schwere Bügel eines Waggons in die Kupplungsvorrichtung eines anderen Waggons fällt. Dann muss man noch rangieren und die pneumatische Bremse ankoppeln. Es ist unbestritten, dass hier Innovation gefragt ist, es ist unbestritten, dass die Bahnen hier eine Automatisierung vornehmen sollten.

Doch die ganz grosse Frage ist: Muss diese Innovation durch den Steuerzahler bezahlt werden? Ich kann Ihnen sagen, wenn wir eine entsprechende Gesetzesgrundlage oder dieses Konzept ausarbeiten, werden wir einmal mehr ausländische Waggon-Anbieter, ausländische Player unterstützen und einen relativ kleinen Effekt hier in der Schweiz haben. Nehmen Sie beispielsweise den Waggon-Anbieter Wascosa in Luzern, eine vorbildliche Unternehmung mit über 14[NB]000 Bahnwaggons, welche europaweit eingesetzt und vermietet werden; oder nehmen Sie die Firma Hupac, auf die wir alle stolz sind, die Waggons aus ganz Europa durch die Alpen transportiert. In Zukunft würde die Eidgenossenschaft diese Kupplungen finanzieren, diese Kupplungen subventionieren. Es ist doch nicht richtig, dass wir hier Gelder sprechen. Diese Innovation ist im eigenen Interesse der Bahn-Anbieter - der Mieter dementsprechend -, damit sie effizienter werden. Deshalb bitte ich Sie, sprechen Sie nicht wieder gute Steuerfranken für ausländische Vorhaben. Wenn wir investieren, sollten wir in die eigene Infrastruktur investieren und nicht in Waggons, welche möglicherweise nie durch die Schweiz fahren.

Gestatten Sie mir noch diese Anmerkung: Wenn wir über den Wagenladungsverkehr in der Schweiz sprechen, so ist zu sagen, dass dieser Wagenladungsverkehr teilweise verschwinden wird. Man wird in Zukunft nicht mehr einzelne Wagen, sondern nur noch Kompositionen rangieren. Wenn Sie die Kompositionen anschauen, wird es nicht mehr für jeden Waggon einen Kupplungsprozess geben, nein, es wird so sein, dass man in Zukunft nur noch zwischen der Lokomotive und dem ersten Wagen die Kupplung wird automatisch schliessen müssen.

Wir würden mit dieser Motion hier grossflächig Geld sprechen, und die Effizienz wäre ganz klein. In diesem Sinne: Lehnen Sie diesen Vorstoss bitte ab.