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preparatory:AB 285509

Aebischer Matthias · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2021-06-16

Wortprotokoll

Wie viel Kultur, wie viel Kulturvermittlung steckt in den Schweizer Buchhandlungen? Die grosse Mehrheit unserer Kommission ist der Meinung: viel! Sie will den Bundesrat mit der vorliegenden Motion beauftragen, diesem Umstand Rechnung zu tragen und für die nächste Kulturbotschaft ab 2024 eine Unterstützung nach dem Subsidiaritätsprinzip vorzusehen. Im Fokus stehen Kulturvermittlungsprojekte zugunsten des literarischen und kulturellen Erbes der Schweiz, die von Buchhandlungen umgesetzt werden. Vor zwanzig Jahren gab es in der Schweiz weit über 600 Buchhandlungen, heute sind es gerade mal noch 394. Die Buchhandlungen stellen einen sicheren Wert in der Schweizer Kulturvermittlung dar. In den Schweizer Buchhandlungen wird vorgelesen, es wird musiziert, die Kinder und Jugendlichen werden in und über Buchhandlungen zum Lesen animiert, die Buchhandlungen stellen den Bezug zur Kultur einer Region her.

Die WBK-N liess sich an einem Hearing vor zwei Monaten über die Vielfältigkeit der Buchhandlungen in der Schweiz informieren und verabschiedete dann mit 17 zu 3 Stimmen die vorliegende Motion. Mit 12 zu 7 Stimmen bei 1 Enthaltung beauftragte die Kommission zudem die Verwaltung, einen Bericht zur Handhabung in anderen Ländern zu erstellen. Denn in den umliegenden Ländern gibt es bereits verschiedene Modelle zur Unterstützung der Kulturvermittlung über die Buchhandlungen.

In der ablehnenden Antwort des Bundesrates wird zwar die Bedeutung der Buchhandlungen für das Kulturerbe der Schweiz anerkannt, doch sei von einer bevorzugten Behandlung der Buchhandlungen abzusehen. Die Unterstützung einer spezifischen Gruppe von Akteuren in einer einzelnen Branche oder Kultursparte sei aus Gründen der Gleichbehandlung nicht vertretbar, heisst es unter anderem. Dies sieht unsere Kommission mit einer überaus deutlichen Mehrheit anders, und sie möchte, dass der Bundesrat die nötigen Massnahmen für diesen Schritt einleitet. Die Diskussionen zur neuen Kulturbotschaft finden dann in rund zwei Jahren statt. Unsere Kommission ist also, rein zeitlich gesehen, genau im richtigen Moment aktiv geworden.

Zum Schluss möchte ich noch eine persönliche Bemerkung machen - ich sage "persönlich", weil die Kommission die Stellungnahme des Bundesrates ja nicht diskutiert hat. Der Bundesrat schreibt in seiner Stellungnahme zu unserer Motion, welche die Kulturvermittlung in den Buchhandlungen fördern will: "Schliesslich gilt es zu erwähnen, dass Buchhandlungen wie wenige andere Kulturanbieter trotz pandemiebedingter Einschränkungen in der Lage sind, ihre Produkte auf digitalem Weg anzubieten oder via postalischen Versand zur Kundschaft zu bringen." Was diese Aussage mit Kulturvermittlung in den Buchhandlungen und somit mit unserer Motion zu tun hat, konnte ich weiss Gott auch mit viel Fantasie und gutem Willen nicht eruieren.

Mit 17 zu 3 Stimmen empfiehlt Ihnen die Kommission die Annahme der Motion.