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Cassis Ignazio · Bundesrat · 2021-09-14

Cassis Ignazio · Bundesrat · Tessin · 2021-09-14

Wortprotokoll

Nationale Menschenrechtsinstitutionen (NMRI) unterstützen Behörden und Private dabei, die Menschenrechte in der Praxis umzusetzen. Die Mehrheit der Länder auf der Welt verfügt über eine solche Institution. Die Kriterien für den Aufbau einer NMRI stehen in den sogenannten Pariser Prinzipien der UNO-Generalversammlung [PAGE 1573] von 1993. Darin werden vor allem folgende fünf Kriterien betont:

1. Die Institution muss über eine rechtliche Grundlage verfügen.

2. Sie braucht eine stabile Finanzierung.

3. Sie soll pluralistisch zusammengesetzt sein.

4. Sie soll unabhängig sein.

5. Sie braucht ein breites Mandat für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte.

In der Schweiz sind die Menschenrechte in der Bundesverfassung verankert, und sie werden auch umgesetzt. Das kann nicht jedes Land von sich sagen. Darum fragen sich vielleicht einige von Ihnen: Brauchen wir überhaupt eine solche Institution? Es gibt mehrere Gründe, weshalb der Bundesrat sowie mit grosser Mehrheit nun auch der Ständerat und die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates die Errichtung einer Schweizer NMRI befürworten.

Auch in der Schweiz gibt es bei den Menschenrechten Verbesserungspotenzial, selbst wenn das Niveau des Menschenrechtsschutzes bei uns zum Glück recht hoch ist. Die Erfahrungen mit dem Pilotprojekt haben gezeigt, dass eine Unterstützung in der praktischen Umsetzung der Menschenrechte sinnvoll ist. Ein konkretes Beispiel ist die Situation von dementen Personen in Heimen. Es gilt, ihre Situation mit guter Beratung zu verbessern. Hier kann die NMRI präventiv einen Beitrag leisten. Das ist der bessere Weg als konfrontative und teure Gerichtsverfahren.

Daneben sprechen insbesondere auch aussenpolitische Gründe für die Schaffung einer NMRI. Die Schweiz fordert von anderen Staaten, dass sie die Grundrechte schützen. Wir werden dies mit einer NMRI noch glaubwürdiger tun können. Zudem stärkt eine NMRI das internationale Genf, das als globales Zentrum für die Menschenrechte bekannt ist.

Die Schweiz beschäftigt sich seit Jahren mit der Schaffung dieser Institution. Der Weg war sehr lang, bis wir eine Lösung gefunden haben, die die Balance zwischen Bund und Kantonen wahrt. Unser Ziel war, das für die Schweiz optimale Modell zu finden.

Bevor ich auf dieses Modell zu sprechen komme, lassen Sie mich kurz rekapitulieren, wie wir dazu gekommen sind. 2009 beschloss der Bundesrat, ein Pilotprojekt ins Leben zu rufen: das sogenannte Schweizerische Kompetenzzentrum für Menschenrechte (SKMR). Das Kompetenzzentrum ist ein universitäres Zentrum, bei welchem der Bund Leistungen im Umfang von einer Million Franken pro Jahr in Auftrag gibt und in dessen Gremien er auch entsprechend vertreten ist. 2015 wurde das Pilotprojekt extern evaluiert. Dabei wurde bestätigt, dass die Nachfrage nach Leistungen einer solchen Institution besteht und eine NMRI für die Schweiz nützlich wäre.

Der Bundesrat prüfte dann verschiedene Modelle und führte im Sommer 2017 eine Vernehmlassung durch. Die Rückmeldungen machten klar, dass eine Mehrheit ein Modell wünscht, das den Pariser Prinzipien entspricht. Gleichzeitig sollte die NMRI gut in die Schweizer Rechtsordnung passen. Wir prüften daraufhin erneut die verschiedenen Optionen und verglichen sie mit den Lösungen anderer Länder. Das Ergebnis dieser Arbeiten finden Sie in der Botschaft, die der Bundesrat am 13. Dezember 2019 verabschiedet hat.

Eine Lücke zwischen dem Pilotprojekt und der Nachfolgeinstitution soll vermieden werden. Darum hat der Bundesrat das Mandat des SKMR um zwei Jahre verlängert, das heisst bis Ende 2022.

En accord avec les Principes de Paris et les résultats de la procédure de consultation, le message du Conseil fédéral se base ainsi sur trois pierres angulaires.

D'abord, la forme. Il est prévu que l'institution soit intégrée dans une loi: la loi fédérale sur des mesures de promotion civile de la paix et de renforcement des droits de l'homme. L'institution aura ainsi sa propre personnalité juridique et l'indépendance nécessaire. Une représentation pluraliste de la société en est la clé.

Deuxièmement, les tâches. L'institution nationale des droits de l'homme reçoit un mandat pour protéger et promouvoir les droits de l'homme en Suisse. Si c'est le chef du DFAE qui vous présente ce dossier c'est parce que la légitimation de cette institution est liée à la politique extérieure. Le Conseil fédéral a ainsi donné mandat à mon département de s'occuper de ce dossier.

L'institution fournit des informations, mène des recherches, conseille l'administration à tous les niveaux ainsi que l'économie privée et la société civile en matière de droits de l'homme. Elle fait de la sensibilisation et promeut le dialogue et la coopération entre les différents acteurs et entretient des échanges internationaux. Toutefois, elle n'assume aucune tâche relevant de l'administration. Elle ne doit pas constituer un doublon des responsabilités juridiques communales, cantonales et fédérales. Elle ne peut pas faire office de bureau de médiation et ne traite pas de cas individuels. Conformément aux Principes de Paris et aux souhaits des cantons, les tâches de l'institution doivent ainsi être clairement définies.

Troisièmement, le financement. Comme dans le projet pilote, il est prévu que la Confédération soutienne cette institution par une aide financière de 1 million de francs par an. Ces coûts seront compensés à l'intérieur du DFAE. Le Conseil des Etats propose ici une variante, acceptée, prévoyant un plafond de dépenses pour donner davantage de stabilité au financement de l'organisation. Il est également prévu que les cantons continuent à mettre à disposition l'infrastructure de l'institution dans le sens d'un partenariat et qu'ils contribuent au financement, également avec 1 million de francs, justement grâce à cette infrastructure.

En outre, l'institution peut acquérir des fonds de tiers dans le cadre de son mandat. C'est aussi le cas du projet pilote dans le cadre duquel sont aujourd'hui facturées des prestations de[NB]conseil pour un montant annuel approximatif de 400[NB]000 francs.

Der Ständerat und seine Aussenpolitische Kommission sowie die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates haben das Projekt im Detail diskutiert und die Vorlage mit wenigen Präzisierungen gutgeheissen. In der Detailberatung werde ich noch auf die verschiedenen Minderheitsanträge zu sprechen kommen.

Der Bundesrat beantragt Ihnen, auf die Vorlage einzutreten, wie das auch die Mehrheit der APK-N beantragt.

[VS]