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Bulliard-Marbach Christine · Nationalrat · 2021-12-15

Bulliard-Marbach Christine · Nationalrat · Freiburg · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2021-12-15

Wortprotokoll

Ich lege meine Interessenbindung dar: Ich bin Präsidentin der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB).

Die Landwirtschaft, insbesondere die Viehzucht, hat in den Bergregionen traditionell eine hohe Bedeutung. Wie schon mehrfach gesagt, kennt die Schweiz bis heute keine Massentierhaltung, wie sie in vielen anderen Ländern bestimmend ist. Was für unser Land im Allgemeinen gilt, gilt für die Agrarbetriebe in den Bergregionen im Besonderen. Die vielfach kleinräumigen Strukturen in der Berglandwirtschaft lassen es schlicht nicht zu, Massen von Tieren zu halten. Hingegen sind die saisonalen Wetter- und Naturbedingungen in den alpinen Gegenden noch viel prägender als im Mittelland und setzen den Viehzüchtern klare Grenzen.

Grundsätzlich teilen wir das Anliegen der Initianten. Die Würde unserer Nutztiere gilt es zu schützen, und für deren Wohlergehen wollen alle Landwirte so gut wie möglich sorgen. Dafür sind die bekannten Labels ein probates Mittel, doch diese als Standard in die Bundesverfassung zu schreiben, geht zu weit. Das würde für unsere Wirtschaft untragbare Risiken bringen. Hinzu kommt, dass es nicht in allen Gebieten unseres Landes gleich einfach ist, die geforderten Standards in der Tierhaltung umzusetzen. Diesem Umstand trägt die Initiative aber keine Rechnung. Aus diesen Gründen können die Berggebiete die Initiative nicht unterstützen.

Auch der direkte Gegenvorschlag ist für viele Betriebe in den Bergregionen nicht praktikabel. Auch der Gegenvorschlag würde die Betriebe zu umfassenden Investitionen zwingen, die sie schlicht und einfach nicht stemmen könnten.

Aus diesen Gründen empfehlen Ihnen die SAB und auch ich ein Nein zur Initiative wie auch zum direkten Gegenvorschlag.